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Das Coop-Projekt in Tentlingen erhält frischen Auftrieb an einem neuen Platz

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Das Überbauungsprojekt in Tentlingen mit Wohnungen und einem Coop-Laden wird wieder aktuell. Allerdings kann es nicht am ursprünglich vorgesehenen Ort realisiert werden. Neuer Standort ist das Sternen-Areal.

Es kommt Bewegung in das grosse Überbauungsprojekt im Zentrum von Tentlingen. Im Dezember 2019 haben die Stimmbürgerinnen und -bürger von Tentlingen einem Landverkauf für 1,55 Millionen Franken klar zugestimmt. Auf der Parzelle im Äbnet gegenüber dem Behindertenheim hatte ein Investor eine Überbauung geplant, in der rund 40 Eigentums- und Mietwohnungen vorgesehen waren und vor allem ein Coop-Laden. Seither war es rund um das Projekt ruhig geworden.

Kanton sagte Nein

Gerüchtehalber hörte man nur, dass es Schwierigkeiten mit der Überbauung gebe. Syndic Gerhard Liechti bestätigt dies. «Aus raumplanerischen Gründen hätte das Bauvorhaben nicht so umgesetzt werden können, wie es der Investor geplant hatte.» Das neue Raumplanungsgesetz lege genau fest, in welcher Zone welcher Grad an Verdichtung zugelassen sei. Gekoppelt sei dies mit der Anbindung an den öffentlichen Verkehr.

Für Tentlingen heisst das, dass das vorgesehene Projekt zu stark verdichtet gewesen wäre. «Weil uns zwei Bus-Verbindungen pro Tag fehlen, liegt die Parzelle in der Zone D. Die Art Überbauung, die geplant war, könnte aber nur in der Zone C realisiert werden.» Alle Versuche, mit dem Kanton zu verhandeln, seien gescheitert, sagt Gerhard Liechti. 

Das Projekt war faktisch gestorben.

Immer noch Priorität

Dabei hatte sich der Gemeinderat 2019 so gefreut, der Bevölkerung gleich mehrere Wünsche erfüllen zu können: einen guten Preis für die Landparzelle und die Aussicht auf eine Einkaufsmöglichkeit im Dorf. Derzeit gibt es in Tentlingen den Käsereiladen und ein Landi-Agrarzentrum. «Wir haben weitere Möglichkeiten geprüft», sagt Gerhard Liechti, «denn Coop nach Tentlingen zu holen, hatte für uns immer noch erste Priorität.» Der Verkauf an den privaten Investor, die Firma HRS Holding AG, war damals denn auch an die Bedingung geknüpft, dass in der Überbauung zwingend ein Coop-Laden Platz haben muss – sonst wäre der Deal geplatzt.

Doch es fand sich keine richtig befriedigende Lösung – bis die Pächterin des Restaurants Sternen, Trudi Lauper, auf die Gemeinde zuging und den Wunsch äusserte, den Pachtvertrag aufzulösen.

Trudi Lauper

Trudi Lauper geht vom Sternen in die Steinlera 

Trudi Lauper bestätigt auf Anfrage, dass sie den Sternen in Tentlingen auf Ende Juli verlässt. Es gebe mehrere Elemente, die zu diesem Entscheid beigetragen hätten, sagt sie. Der Sternen habe sich für sie als zu gross erwiesen. «Ich wollte ein wenig runterfahren mit der Grösse des Betriebs.» Auch Corona habe dazu beigetragen. Sie habe gut sieben Monate das Take-away mehr oder weniger allein gemacht und gemerkt, dass weniger für sie mehr wäre. Ein Betrieb mit einem grossen Saal, für den es immer weniger Nachfrage gebe, und mit zehn Angestellten sei schwierig zu führen. Trudi Lauper sagt:

Als ich sah, dass die Steinlera ausgeschrieben war, hat es bei mir Plopp gemacht.

Denn sie habe bereits vor 20 Jahren Interesse an der Übernahme dieses Restaurants zwischen Düdingen und Schmitten gehabt, das Teil einer Reitanlage ist. Damals habe es aber für sie aus familiären Gründen nicht gestimmt. «Ich bin zudem eine leidenschaftliche Pferdeliebhaberin, also passt auch das.» 

Trudi Lauper war während sechs Jahren Wirtin im Sternen Tentlingen.
Aldo Ellena/a

Als dann auch ihr Chefkoch, Hubert Fasel, zusagte, mitzukommen, sei die Idee konkret geworden. «Ich habe mir aber Gedanken wegen der Gäste und wegen der Gemeinde gemacht. Sie waren immer gut zu mir, und ich wollte sie nicht vor den Kopf stossen», sagt Trudi Lauper. Im Gespräch mit Syndic Gerhard Liechti seien dann alle auf einen gemeinsamen Nenner gekommen. Auch wenn die Gemeinde ihren Weggang bedauert habe, habe sich alles geklärt. «Der Zeitpunkt passte für alle Beteiligten.»

Auch als Zeichen gegen aussen, dass man sich im Guten trennt, soll Ende Juli ein Abschiedsfest stattfinden: Die Austrinketa im Sternen wird mit einem Dorffest kombiniert. «Ich gehe mit einem weinenden und mit einem lachenden Auge», sagt Trudi Lauper. Sie habe sich in Tentlingen wohlgefühlt, freue sich aber auch auf die neue Aufgabe. In der Steinlera fängt sie am 3. September an.

Auch das Schlager-Open-Air in Plasselb will sie weiterhin organisieren. Während der unsicheren Corona-Zeit wird es aber ausgesetzt. «Wir warten lieber und geben dann wieder 100 Prozent.» im

Kündigung macht Weg frei

«Der Entscheid von Trudi Lauper hat das Ganzen neu in Fahrt gebracht», sagt Gerhard Liechti. Auf die Kündigungsfrist von eigentlich neun Monaten verzichtet die Gemeinde, denn damit wird der Weg frei, auf dem Sternen-Areal etwas Neues zu realisieren. Der Syndic sagt:

Der Investor will weiterhin investieren, und Coop hat vor wenigen Tagen erklärt, immer noch am Standort Tentlingen interessiert zu sein.

Zur Erinnerung: Vor fünf Jahren hatten die Tentlinger Stimmbürger dem Kauf des Sternen-Areals für 1,8 Millionen Franken zugestimmt, um zu verhindern, dass darauf 60 Billigwohnungen entstehen und die Gemeinde eine der letzten Landreserven in strategisch guter Lage verliert. Der Gemeinderat hatte damals versprochen, in den folgenden fünf Jahren Vorschläge und Ideen zu sammeln, um eine gute Lösung für das Gelände zu finden – und nichts zu überstürzen. Diese fünf Jahre seien jetzt vorbei, und die Gemeinde stehe vor einer anderen Ausgangslage, so Liechti.

Vorprojekt für Kernzone

Die HRS Holding AG wird nun möglichst rasch Pläne für den neuen Standort ausarbeiten und sie als Vorprojekt den kantonalen Ämtern vorlegen. «Damit wir sicher sein können, dass dieses Mal von dieser Seite keine Opposition kommt», so der Syndic. Die raumplanerische Auflage, die bei der anderen Parzelle das Projekt zum Kippen gebracht hatte, gilt für das Sternen-Areal nicht, denn dieses befindet sich in der sogenannten Kernzone, wo es raumplanerisch mehr Freiheiten gibt.

Mit kleinem Restaurant

«Das Projekt muss etwas angepasst werden, denn am neuen Standort ist die Parzelle nicht mehr gleich geformt.» Aber auch inhaltlich ist ein neues Element aufgetaucht: Wie Gerhard Liechti erklärte, ist vorgesehen, als Ersatz für den Gastronomiebetrieb Sternen, der ja mit der Überbauung verschwinden würde, ein kleines Restaurant zu realisieren.

Syndic Gerhard Liechti und der gesamte Gemeinderat stehen hinter dem «neuen» Überbauungsprojekt.
zvg

«Sobald der Kanton grünes Licht gegeben hat, veranstalten wir einen Informationsanlass», erklärt der Syndic. Er sei nach wie vor überzeugt, dass die Gemeinde aus dem Vorhaben des Investors grossen Nutzen ziehen könne. «Der Gemeinderat und die Finanzkommission stehen hundertprozentig dahinter.»

Tentlingen wird grösser

Tentlingen brauche einen Laden im Dorf. «Wir wachsen», so der Ammann. Derzeit zählt die Gemeinde rund 1550 Einwohnerinnen und Einwohner. An verschiedenen Orten, zum Beispiel im Quartier Sonnhalde, sind derzeit mehrere Mehrfamilienhäuser und Reiheneinfamilienhäuser geplant oder im Bau. «Wir gehen Richtung 1650 oder mehr Einwohner.»

Er hoffe, dass die Bürgerinnen und Bürger den neuen Plänen genauso optimistisch gegenüberstehen wie der Gemeinderat. «Jene, die damals gesagt haben, wir sollen die Parzelle beim Behindertenheim noch nicht verkaufen, bekommen nun ihren Willen. Und jene, die den Wunsch hatten, dass man lieber auf dem Sternen-Areal etwas macht, auch.»

Er habe aus dem letzten Mal gelernt, sich nicht allzu sehr zu freuen, da es immer wieder Hindernisse geben könne. Doch er sei optimistisch, dass es nun gut werde. Er sagt auch:  

Wir werden auf jeden Fall alles tun, damit Tentlingen einen Coop-Laden bekommt.

Antrag im Dezember

Für die Gemeinde sollte die Überbauung kostenneutral sein – wenn sie alle weiteren Schritte den Investoren überlässt. «Wir müssen aber schauen, wie wir zu einem Ersatzsaal kommen, denn der Sternensaal ist die einzige grössere Räumlichkeit in unserer Gemeinde», so Liechti. Bisher gebe es diesbezüglich keine konkreten Pläne, nur Ideen.

Wenn alles nach Plan verläuft, so hofft er, dass der Verkauf des 4000 Quadratmeter umfassenden Sternen-Areals an der Dezember-Gemeindeversammlung traktandiert werden kann.

Zahlen und Fakten

So sah das alte Projekt aus: Ladenfläche, Eigentums- und Mietwohnungen

Bauherrin des Tentlinger Projekts ist die HRS Holding AG. Das ursprüngliche Projekt sah drei Gebäude vor. In grössten sollten in den Obergeschossen Wohnungen, im Erdgeschoss Ladenfläche und im Untergeschoss eine Einstellhalle mit 54 Plätzen entstehen. In diesem Gebäude hätte Coop einen Laden mit einer Verkaufsfläche von 450 Quadratmetern eingerichtet. In den zwei kleineren Gebäuden waren Wohnungen vorgesehen. Wie Thierry Müller, Leiter Immobilienentwicklung der HRS Holding, am Informationsabend vom November 2019 ausführte, waren im grösseren Gebäude eher Mietwohnungen vorgesehen, in den zwei anderen Bauten Eigentumswohnungen – insgesamt waren in den vierstöckigen Gebäuden 39 Wohnungen geplant. Über das Investitionsvolumen wollte HRS Holding AG damals nichts sagen. Dieses Projekt wird nun an die Gegebenheiten am neuen Standort auf dem Sternen-Areal angepasst. im

Kommentare (3)

  • 07.06.2021-Eli

    Das ist wunderbar ☺️ ich hoffe dass auch im St.Ursen auch eine laden dort Brauch man wirklich Dass wahre wunderbar !

  • 06.06.2021-Esther Nabholz

    Ich kann das Anliegen von Frau Ehrbar nur unterstützen, der Gemeinderat soll das Heft nicht so schnell aus der Hand geben. Die Bevölkerung hat für das Zentrum wohl andere Anliegen als für das letzte Projekt.
    Auch die Bauweise, Ästetik und Anordnung spielen eine grössere Rolle.

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