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Die Insel der kristallklaren Nächte

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Gran Canaria, Lanzarote, Teneriffa, Fuerteventura und allenfalls noch La Gomera: Sie kommen einem in den Sinn, wenn von den Kanarischen Inseln die Rede ist. La Palma – nicht zur verwechseln mit Las Palmas, der Hauptstadt Gran Canarias–führt daneben ein Schattendasein. Völlig zu Unrecht. Für jene, die Ruhe suchen, wandern wollen und abends kein Rambazamba brauchen, ist sie genau das Richtige. Nur gerade 80 000 Menschen leben auf der Vulkaninsel. Sie ist die grünste und am schwächsten besiedelte Insel der Kanaren, die seit Ende des 15. Jahrhunderts zu Spanien gehören. 2002 hat die Unesco La Palma zum Biosphärenreservat erklärt. Und auf dem 2400 Meter hohen Roque de los Muchachos, dem höchsten Berg der Insel, befindet sich das grösste Spiegelteleskop der Welt.

Seltene Winterstürme

Der Reiseführer über La Palma verspricht winterliche Temperaturen um die 25 Grad und viel Sonne. Mit dieser Erwartung sind auch wir Journalisten Ende November auf die Kanarischen Inseln gereist. Doch ausgerechnet auf dem viertägigen Kurztrip machte uns ein Unwetter einen Strich durch die Rechnung. Der Anflug auf Teneriffa war turbulent. Als wir uns bereits auf der Landepiste wähnten, musste der Pilot durchstarten und jagte einigen einen gewaltigen Schrecken ein. Ein kräftiger Sturm fegte über die Inseln, so dass die Air-Berlin-Maschine erst beim dritten Anlauf landen konnte. Für uns eine gefühlte halbe Ewigkeit. An diesem Tag wurde der Flugbetrieb auf allen Inseln eingestellt. Auch wir konnten erst am nächsten Tag nach La Palma weiterfliegen.

Eine absolute Ausnahmesituation, sagte uns Berg- und Wanderführer Christian Ranatter. «Solche Unwetter erleben wir im Winter vielleicht zweimal.» Der Tiroler, den es vor 25 Jahren auf die Insel verschlagen hat, muss es wissen. Tagtäglich ist er unterwegs und kennt die Insel wie kaum ein anderer. Er führt Wandergruppen übers Land, am liebsten sechs Tage am Stück. Er empfängt die Gäste von Kreuzfahrtschiffen und erzählt in drei Stunden möglichst viel. Auch bei uns Journalisten vermag er das Interesse zu wecken für die Schönheiten der «Isla Bonita», der schönen Insel, wie man sie auch nennt. Er führt uns durch die Schlucht Cubao de la Galga im Biosphärenreservat Los Tilos, einem der grössten Lorbeerwälder weltweit. 1982 stellte ihn die Unesco unter Schutz. Unter den dicht belaubten Bäumen wachsen Riesenfarne, Moos, Efeu. Als dann noch der Nebel steigt und die Wälder einhüllt, fühlen wir uns wie in einem Zauberwald.

Der beste Himmel der Welt

Wir haben Badekleid und Winterjacke im Koffer. Mit Recht, wie es sich zeigt. Als wir morgens von unserem Hotel am Meer starten, zeigt das Thermometer 25 Grad. Zweieinhalb Stunden später–ein Kleinbus führt uns auf einer engen Serpentinenstrasse hinauf auf 2400 Meter – sind es um die vier Grad. Auf dem Roque de los Muchachos ist es bissig kalt. Kein Wunder, wir stehen auf einer Insel im Atlantischen Ozean, hoch über dem Wolkenmeer.

Hier befindet sich eines der besten Observatorien der Welt mit 15 Teleskopen. Internationale Astrophysiker aus 19 Ländern haben es 1985 eröffnet. Mittlerweile arbeiten bis zu 140 Leute im Observatorio. Seit 2007 steht da oben auch das grösste Spiegelteleskop der Welt. «Damit sieht man so viel wie vier Millionen Augen zusammen», bemerkt der Führer der Sternwarte.

Bezüglich Standort stand La Palma im Wettstreit mit Chile. «La Palma bekam den Zuschlag, weil die Insel von Wasser umringt ist und kein Streulicht beziehungsweise keine künstlichen Lichtquellen in den Nachthimmel strahlen», fügt Wanderführer Christian Ranatter bei. «Hier oben gibt es rund 260 kristallklare Nächte im Jahr. Die besten Voraussetzungen für astronomische Forschungen.» Der Anblick ist grandios. Wie weisse Ballone tauchen die Sternwarten aus der Nebeldecke auf. Am Horizont zeigt sich die Spitze des Tiede, des höchsten Berges auf der Nachbarinsel Teneriffa.

Überall Seismografen

Ein ganz anderes Gesicht hat die Insel an der Südspitze, in Fuencaliente, mit Lavafeldern und schwarzsandigen Stränden. 1971 ist der Vulkan Tenguia zum letzten Mal ausgebrochen. «Durch das Aufschütten des vulkanischen Materials ist Spanien um eineinhalb Quadratkilometer grösser geworden», sagt Christian Ranatter verschmitzt. Die Kanarischen Inseln entstanden durch eine Vielzahl von Vulkanausbrüchen auf dem Meeresgrund, bis sie schliesslich aus dem Wasser auftauchten. Ranatter: «Die Teile, die wir bewohnen, machen nur gerade zehn Prozent aus.»

Und wie steht es mit der Sicherheit? Das ganze Land sei voller Seismografen und auf allen Insel gebe es Evakuierungspläne. Ausserdem spürten Menschen und Tiere lange im Voraus, wenn sich im Erdinnern etwas tue. «Doch irgendwann wird es wohl wieder einen Knall geben», meint der Inselkenner.

Schiff von Kolumbus

Auf La Palma ist, verglichen mit den mondänen Inseln Teneriffa und Gran Canaria, alles in Miniatur. So auch in der Hauptstadt Santa Cruz de La Palma mit ihren rund 13 000 Einwohnern. Durch die historische Altstadt führt eine Hauptgasse, an deren Anfang ein Dominikanerkloster und an deren Ende die Konkurrenz, ein Franziskanerkloster, steht. «Noch heute gibt es zwei Fussballvereine, von denen jeder sein Kloster hat», sagt der Stadtführer.

Die gut erhaltene Altstadt mit den farbigen Holzbalkonen an den Häusern aus dem 16. Jahrhundert erzählt von der Kolonialzeit. Der portugiesische Einfluss ist immer noch sichtbar. In der Nähe des Ufers steht das Schiff von Christoph Kolumbus, mit dem er 1492/93 erstmals auf Expedition ging.

La Palma, ein kleines Paradies? Bei Weitem nicht. «Die Abwanderung ist ein grosses Problem», sagt Christian Ranatter. «Wir haben hier nur Landwirtschaft und keine Industrie.» Das Land ist wohl übersät mit Bananenplantagen. Mittlerweile kann aber kaum noch exportiert werden. Zu gross sei die südamerikanische Konkurrenz. «Junge Leute haben es schwer. Ihre Arbeitsverträge sind auf drei Monate limitiert.» Darum setzt das Land auf Tourismus. Eine junge Branche, wenn man bedenkt, dass der erste Charterflug erst 1987 gelandet ist.

Die Reise wurde von FTI unterstützt.

Tipps

Unterkünfte für jeden Geschmack

Anreise:Von Basel aus gibt es wöchentliche Direktflüge, ab Zürich Flüge mit Zwischenstopp in Madrid.

Übernachten:Der Reiseveranstalter FTI bietet für La Palma eine Auswahl an 17 Unterkünften, davon sieben Haciendas, kleine Hotels, ideal für Individualreisende. Günstig und enorm gross: Hotel Teneguia Princess & Spa, 4* mit 378 Zimmern und elf Swimmingpools, im Süden am Meer gelegen. Eine Woche Halbpension, inklusive Flug und Transfers, ab 702 Euro. Exklusiv und familiär: Hacienda de Abajo, 5* mit 32 Zimmern, in Tazacorte. Alter Zuckerrohr-Gutshof aus dem 17. Jahrhundert mit einer beeindruckenden Kunstsammlung. Ausgezeichnete Küche. Eine Woche mit Frühstück, inklusive Flug und Transfers, ab 954 Euro. Hacienda San Jorge, 3*, ab 575 Euro pro Person.

Essen:Hervorragend: Restaurant El Jardin de la Sal in Fuencaliente.

Was man tun kann:Auf La Palma gibt es drei Kategorien von Wanderrouten: zwei grosse Routen mit mehreren Tagesetappen, 20 grosse und 18 kleine Tagesetappen. Die Routen sind markiert. Busausflüge auf den Roque Muchachos, zum Observatorium, ins Biosphärenreservat, Inselrundfahrt (buchbar vor Ort im Hotel).il

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