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Ein Haus der Kreation für Freiburg

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Freiburger Tanzkreation mit Da Motus: «Attention» im Dezember 2006 … Bild Aldo Ellena/a

Eine «Liebesgeschichte mit dem Publikum», das wünschte sich Thierry Loup, als er 2004 antrat, um die neuen kulturellen Infrastrukturen in Villars-sur-Glâne und Freiburg mit Leben zu füllen: das Nuithonie (damals noch «Espace Nuithonie» genannt), das kurz vor der Eröffnung stand, und das Gastspielhaus im Stadtzentrum, das noch nicht gebaut war und auch noch nicht den Namen Equilibre trug.

Im Februar 2005 startete das Nuithonie in seine verkürzte Eröffnungssaison: mit neun Theater-, vier Familien- und zwei Tanzstücken in drei Monaten. Seither sind in den zwei Sälen des Zentrums für zeitgenössische Bühnenkunst 489 Stücke mit 1547 Vorstellungen über die Bühne gegangen, über 2000 Schauspieler, Tänzer und Musiker sind aufgetreten, und dies vor 238 000 Zuschauerinnen und Zuschauern.

Grosses Interesse

Und die Liebesgeschichte mit dem Publikum? Die sei schnell Wirklichkeit geworden, sagt Thierry Loup rückblickend. Wie sehr ihm diese Liebesgeschichte immer noch am Herzen liegt, wird klar, wenn man ihn nach seiner liebsten Erinnerung aus den vergangenen zehn Jahren fragt. Es sind nicht grosse Namen wie Mummenschanz oder Emil Steinberger, die ihm als Erstes in den Sinn kommen, und auch nicht eine der über 70 Kreationen, die im Nuithonie realisiert wurden. Nein, es ist der Tag der offenen Tür zur Eröffnung am 19. Februar 2005.

«Ich war damals seit etwa zehn Monaten im Amt», erinnert sich Loup, «und an diesem Samstag kam ich zum ersten Mal mit dem Publikum in Kontakt.» Die Stimmung sei fröhlich gewesen und das Interesse riesig–über 4000 Neugierige waren gekommen. «Da spürte ich, dass die Menschen auf dieses Theater gewartet hatten», so Loup. Selbstverständlich war das nicht, denn das Nuithonie war für den Kanton etwas völlig Neues: ein Theater, das nicht nur Gastspiele empfangen, sondern ein Zentrum der Kreation sein sollte. «Alle Beteiligten hatten viel zu lernen», sagt Loup, «nicht nur die Künstler und das Nuithonie-Team, sondern auch die Politik und das Publikum.»

Eine weitere Besonderheit war die Zwillingsstruktur mit dem Equilibre in Freiburg, das seine Türen im Dezember 2011 öffnete. «Eine Programmation für zwei Standorte, das ist in dieser Form einzigartig», so Thierry Loup. Auch daran habe sich das Publikum zuerst gewöhnen müssen. Die beiden Häuser hätten sich aber rasch etabliert, und das Publikum vertraue dem Team von Nuithonie und Equilibre. Das belegen auch die Zahlen: Die Anzahl Abonnenten ist von 527 in der ersten ganzen Spielzeit (2005/2006) auf 1620 in der Saison 2014/2015 gestiegen, und die durchschnittliche Auslastung liegt bei über 85 Prozent, obwohl die Zahl der Aufführungen stetig zunahm.

Junge Talente fördern

Trotz allen Erfolgs aber sieht Thierry Loup die Zukunft nicht nur rosarot: Das Budget sei knapp, umso mehr, seit der Gemeindeverband Coriolis auf die Sparbremse drücken müsse. Gerade was die Bühnenkreation angeht, sieht der Direktor darum mehr denn je den Kanton in der Pflicht: «Die Förderung des professionellen Kulturschaffens ist Aufgabe des Kantons, nicht der Gemeinden.» Dass der Grosse Rat eben erst ein entsprechendes Postulat angenommen habe, sei ein gutes Zeichen, sagt Loup.

Auch wenn es Zeit brauche: «Es ist wichtig, dass wir jetzt die jungen Talente aus der Region fördern.» Denn: «Die etablierten Truppen werden nicht ewig da sein, und das Nuithonie hat gezeigt, dass das Publikum offen ist für neue Entdeckungen.»

Oktober 2005: Die Freiburger Choreografin und Tänzerin Anouk Denérvaud zeigt das Stück «Ô Muse, raconte-nous». Bild Charles Ellena/aSeptember 2011: Das Nuithonie wird zum Ausstellungsraum und zeigt neu regelmässig Werke von Visarte-Künstlern. Bild Charles Ellena/aJanuar 2012: Bernie Schürch vor einem seiner letzten Auftritte mit den von ihm mitgegründeten Mummenschanz. Bild Charles Ellena/aDezember 2014: Das Talman Ensemble und Gustav bringen das Musiktheater «Don Quijote» auf die Bühne. Bild Corinne Aeberhard/a

Programm

Vielfältige Blicke hinter die Kulissen

Mit verschiedenen Aktivitäten feiert das Nuithonie sein zehnjähriges Bestehen:

Fotografien:Ausstellung von Romano Riedo, der im Auftrag des Nuithonie Impressionen hinter den Kulissen eingefangen hat, und Diaporama von Luzius Wieser mit Porträts von Mitarbeitern. Ab sofort und bis zum 11. Oktober.

«Le NoShow»:Theater aus Québec über den Beruf des Schauspielers (Französisch): 7., 8., 9. und 10. Oktober, 20 Uhr.

Jubiläumsballmit Orchestre Jaune: Fr., 9. Oktober, 22 Uhr.

«Voyage en coulisses»:Szenisch-anekdotische Führung hinter den Kulissen mit 13 Schauspielern aus der Region (Französisch). So., 11. Oktober, ab 12 Uhr (vier Aufführungen, Start ca. jede Stunde).

Weitere Festlichkeiten und Überraschungenfür Gross und Klein am So., 11. Oktober, ab 12 Uhr.cs

Chronologie

Der Weg zu Nuithonie und Equilibre

1999:Freiburg, Villars-sur-Glâne, Givisiez, Granges-Paccot und Corminboeuf unterzeichnen eine Konvention für den Aufbau neuer kultureller Infrastrukturen in der Region.

2002/2003:Übernahme des Mummenschanz-Theaters der Expo.02 als Teil des künftigen Theaters in Villars-sur-Glâne.

2003:Gründung des Gemeindeverbandes Coriolis Finanzen (seit 2006 «Coriolis Infrastruktur») für den Bau und Betrieb von zwei sich ergänzenden Kulturhäusern in Villars-sur-Glâne und Freiburg.

2005:Eröffnung des Nuithonie in Villars-sur-Glâne.

2006:Nach einem Referendumkommt es in der Stadt Freiburg zur Volksabstimmung über das Gastspielhaus: 50,7 Prozent der Stimmenden sagen Ja.

2011:Eröffnung des Gastspielhauses Equilibre in Freiburg.

2013:Coriolis Infrastruktur ergreift Sparmassnahmen und erhöht die Beiträge der Mitgliedgemeinden.cs

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