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Ein Stück von einem grossen Ganzen steckt in der scheinbaren Kleinigkeit

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Ein Mann, eine Frau, ein Kind, etwas Stroh, ein paar Tiere–so wenig braucht es, um die Weihnachtskrippe darzustellen. Und dennoch schafft es dieses «So-gut-wie-nichts», dieses «Ganz-Einfache-und-Banale», in unseren Geschäftsgassen und hell beleuchteten Läden, in unseren warmen Stuben und unseren schmucken Gärten, einen beträchtlichen Platz einzunehmen. Und dies ohne ausgeklügelte Marketingstrategie und ohne Massenphänomen im Internet. Wie kann dieses «So-gut-wie-nichts» eine solche Wirkung entfalten?

Wagen wir dazu ein paar Vermutungen:

 

 «Die Einfachheit ist vielleicht der beste Weg hin zum Wesentlichen…»

Das kleine Häuschen aus Holz und Stroh, das mitten in unserem industrialisierten Lebensumfeld steht und sich unserem Anblick anbietet, ist eine kleine Oase der Einfachheit. Und trotz all dieser Bescheidenheit scheint es mir, dass in der Krippe alle das finden, was sie brauchen.

Wie sagte der französische Sänger und Komiker Bourvil: «Man kann gut leben ohne Reichtum, fast ohne einen Batzen–aber ohne Zärtlichkeit, das ginge nicht, nein, nein, das ginge nicht.» In ihrer ländlichen Schlichtheit stellt die Krippe eine Ode an die Zärtlichkeit dar, welche das unserem Lebensstil innewohnende Streben nach ästhetischer Perfektion in den Schatten stellt. Ganz ohne Worte flüstert die Krippe uns dennoch eine Botschaft zu: «Hier befindet sich das Wesentliche.»

Im Licht dieses ersten Erklärungsversuchs wäre die Krippe also das Sinnbild unserer Suche nach dem Wesentlichen.

 

 «Das beginnende Leben birgt Hoffnung in sich…»

Kürzlich sah ich am Sterbebett eines Grossvaters das Foto von zwei fröhlichen Kindern. «Ich kann in Frieden sterben», vertraute mir der alte Mann an, den Blick auf seine Enkel gerichtet. Ja, das Leben, das beginnt, schafft immer zugleich auch Hoffnung. Es eröffnet eine neue Zukunft, neue Möglichkeiten und bringt uns Trost, lässt uns unseren alten Kummer überwinden. «Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben», heisst es in der Heiligen Schrift. Sie bekräftigt so, dass das Kindlein in der Krippe der Menschheit immer und immer wieder eine neue Zukunft schenkt.

Nach diesem zweiten Erklärungsversuch wäre die Krippe also das Sinnbild unserer Sehnsucht nach Hoffnung.

 

 «Die Intimität der Krippe ist ein Stück Ewigkeit…»

Auf diesem Häufchen Stroh, zwischen diesen Tieren, und bei diesem Mann, dieser Frau und diesem Kind scheint die Zeit stillzustehen. Plötzlich befinden wir uns in einem Bereich der Intimität. Wir fühlen uns denen ganz nahe, die uns am wichtigsten sind. Es ist einer jener Momente, in denen man vom Druck der Vergangenheit oder demjenigen der Zukunft befreit ist, ein Moment, während dem nur noch die Gegenwart zählt. Die Krippe strahlt ruhige Liebe aus, welche unser Zeitverständnis auf den Kopf stellt: Für immer möchten wir hier verweilen, diesen Moment gemeinsam mit unseren Liebsten geniessen. Zusammenbleiben mit all jenen, denen wir auf unserem Lebensweg begegnet sind. Der Stall mit der Heiligen Familie wirft uns plötzlich in eine Gegenwart hinein, von der wir wünschen, sie würde nie enden–eine Gegenwart, die wir für immer aufhalten möchten.

Nach diesem dritten Erklärungsversuch wäre die Krippe also das Sinnbild unserer Verbindung mit der Ewigkeit.

Die eigene Meinung steht im Vordergrund

Vermögen diese Überlegungen wirklich zu erklären, weshalb die Krippe in unseren Gedanken und in unseren Wohnungen so viel Raum einnimmt? Natürlich sind Sie, liebe Leserin und lieber Leser, frei, über die vorgeschlagenen Denkanstösse nachzudenken und sich eine eigene Meinung zu bilden.

Die eingangs gestellte Frage ist zwar damit nicht abschliessend beantwortet, doch immerhin können wir festhalten, dass ein Mann, eine Frau, ein Kind, ein wenig Stroh und ein paar Tiere genügen, um auf das Wesentliche hinzudeuten, um die Hoffnung darzustellen, um die Ewigkeit auszudrücken. Nichts weniger als das. So viel Bedeutung kann hervorgerufen werden–mit beinahe nichts.

Und so schlage ich vor, dass wir dieses Jahr unseren Krippen einen Untertitel hinzufügen: ein Stück vom «Grossen-Ganzen» im «So-gut-wie-nichts».

Ihnen allen wünsche ich frohe Weihnachten.

«Ein Mann, eine Frau, ein Kind, ein wenig Stroh und ein paar Tiere genügen, um auf das Wesentliche hinzudeuten.»

Pierre-Philippe Blaser

Präsident des Synodalrats derEvangelisch-reformierten Kantonalkirche

Zur Person

Zugleich Pfarrer und Synodalratspräsident

Pierre-Philippe Blaser wurde 1968 geboren. Studiert hat er evangelische Theologie in Brüssel und Lausanne. Er unterrichtete an der ETH Lausanne und war Redaktor der Publikation «le Protestant». Blaser arbeitete in der Pfarrei Châtel-St-Denis. Er amtet heute zusammen mit seiner Frau Florence seit 2005 zu 50 Prozent als Gemeindepfarrer in Môtier. Blaser ist seit Juli 2012 Präsident des Synodalrates–der Exekutive–der Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons Freiburg. Er trat die Nachfolge von Daniel de Roche an.fca

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