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Eine schrecklich schöne Kindheit

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Der Schein trügt, die zur Schau gestellten hübschen Fotos der Boulevardpresse ebenso. Denn Annas Leben mit berühmten Eltern ist alles andere als harmonisch. Der Vater ist ein selbstverliebter Designer, der diese kreative Gabe auch seiner Familie aufdrängt. Nichts bleibt dem Zufall oder ihm fremden Empfindungen überlassen. Sein Stil ist der einzig Richtige! Dieser Vater bleibt dem Kind lange Zeit fremd und unheimlich, es liebt ihn, begegnet dem Unsteten jedoch mit Argwohn. Die Mutter, eine junge aufstrebende Schauspielerin wird von ihren Engagements völlig in Beschlag genommen und hat nur wenig Zeit für Anna, die sich nach Liebe und Geborgenheit sehnt. Das Kind wird von Kinderfrau zu Kinderfrau gereicht, diese – und ihre geliebten Grosseltern – bieten ihr ein einigermassen behütetes Zuhause.

Der abwesende Vater

Viele eigenartige und deshalb umso prägendere Erlebnisse der kleinen Anna reihen sich wie Perlen einer Kette aneinander. Wenn sie einmal gemeinsam mit den Eltern wunderschöne Ferien am Meer verbringt, dabei aber immer auch mehrere befreundete Erwachsene zugegen sind, muss das Kind beobachten, wie sich die Eltern stetig entfremden und am Ende auf verschiedenen Wegen nach Wien zurückreisen. Daraufhin sieht man den Vater Monate lang nicht mehr, keiner scheint ihn zu vermissen. Ist er dann wieder zurück, zeigt sich zwischen den Eltern eine tiefe Kluft, die schlussendlich zur Scheidung führt. Dazwischen steht das kleine Mädchen, verloren zwischen zwei Menschen, die es liebt.

Die Mutter macht Karriere

Dauernd muss sich das Kind an unliebsame Veränderungen gewöhnen, von unsteten Erwachsenen herbeigeführt, welche die Bedürfnisse von Anna nicht erkennen. Die Mutter steht stetig unter Stress und obwohl sie ihr Kind herzlich liebt, ist sie gehemmt, ihre Mütterlichkeit zu zeigen. Immer wieder heisst es für das Mädchen, Abschied zu nehmen von lieb gewordenen Menschen und Orten. Einer dieser Orte ist ihr besonders lieb, ein Kinderschulheim in Ägeri am See. Dorthin wird sie gebracht, weil sie an starken Asthmaanfällen leidet und sich in ländlicher Umgebung erholen und stärken soll. Aus dieser ruhigen, gemütlichen Umgebung wo sie sich heimisch fühlt, wird sie wiederum abrupt herausgerissen. Das junge Mädchen hat unterdessen gelernt, die Erwachsenen, die ihr eine heile Welt vorgaukeln, zu durchschauen, noch bevor ihr diese ihre Lügen auftischen.

Eine starke Frau

Diesen einfühlsamen Roman, der sich wie eine Lebensbeichte liest, hat die Schauspielerin, Sängerin und Buchautorin Erika Pluhar (geboren 1939) aus Betroffenheit über den Tod ihrer 1999 an einem Asthmaanfall verstorbenen Tochter geschrieben. Wie sie selber sagt, schreibt sie sich mit ihren Büchern und Liedtexten «frei». Wer ihre Lieder oder den empfehlenswerten Dokufilm «Trotzdem. Mein Leben» kennt, versteht, was sie damit sagen will. Sie fühlt sich heute als eine befreite, eigenständige Frau. Auch «Anna»ist wiederum ein starkes Buch, geschrieben von einer starken Frau.

Erika Pluhar: «Anna. Eine Kindheit». Roman, 244 Seiten, Residenz Verlag, Salzburg/Wien.

Giovanna Riolo ist freie Rezensentin.

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