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Freiburg will Booster-Impfung in allen Pflegeheimen bis Mitte November

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Die Verantwortlichen des Pflegeheimverbands Bachmatte ärgern sich darüber, dass Kanton und Bund neue Vorschriften und Beschlüsse jeweils so kurzfristig ansetzen, dass den Heimen kaum Zeit für die Umsetzung bleibt, wie etwa mit der Booster-Impfung.

«Der Kanton will alles sofort. Es braucht aber eine gewisse Vorlaufzeit für die Planung.» Das sagte Daniel Corpataux, Leiter des Pflegeheims Bachmatte in Plaffeien, an der Delegiertenversammlung des Heimverbands vom Mittwochabend. Sein Unmut betrifft den Entscheid des Kantons, bei der Verabreichung der sogenannten Booster-Impfung eine Vorreiterrolle spielen zu wollen. Alle Bewohnerinnen und Bewohner der Freiburger Pflegeheime sollen so bald als möglich die dritte Impfung gegen das Coronavirus erhalten. «Das soll bereits ab Mitte November geschehen. Wir bräuchten aber unbedingt mehr Zeit», führte der Heimleiter vor den Delegierten der Trägergemeinden Plaffeien, Brünisried und Plasselb aus.

Heime impfen selber

Die Abklärungen, wer für diese Impfung geeignet sei und wer nicht, sowie die Gespräche mit den Heimbewohnern und ihren Angehörigen seien aufwendig. Zumindest dürften die Pflegeheime die die Impfung dieses Mal selber verabreichen – im Gegensatz zum letzten Mal, sagte er. «Obwohl wir in den Pflegeheimen ja qualifiziertes Personal dafür hätten.» Doch müsse auch dieses Mal ein Vertreter des Kantons dabei sein, um das Covid-Zertifikat ausstellen zu können.

Kanton übernimmt Ausfall

Er habe aber auch etwas Positives zum Kanton zu sagen, sagte Daniel Corpataux. Denn dieser übernehme allenfalls einen Teil des Covid-bedingten Ertragsausfalls, den die Pflegeheime wegen der Schliessung der Cafeterias erlitten haben. «Wir müssen dem Kanton die Zahlen früherer Jahre liefern und hoffen, dass wir etwas zurückbekommen.» Der Erlös aus den Cafeterias stellt für die Heime einen willkommenen Zustupf dar, da sie die übrigen Einnahmen wegen der vom Kanton festgelegten Pensionspreis-Pauschale von 105 Franken pro Tag und Bewohner nicht beeinflussen können.

Einzel statt pauschal

Auch das Bundesamt für Gesundheit bringe die Pflegeheime in Bedrängnis, führte der Heimleiter weiter aus. «Irgendein Mitarbeiter des Bundesamts für Gesundheit hatte wohl zu viel Homeoffice. Anders kann ich mir den Entscheid nicht erklären», führte er aus. Es geht um die Abrechnung für sogenannte Migel-Ausgaben. Migel heisst so viel wie Liste der Mittel- und Gegenstände und betrifft die Gebrauchsmaterialien, welche die Heime brauchen, um ihre Bewohnerinnen und Bewohner zu pflegen, zum Beispiel Verbandsmaterial, Spritzen oder Inkontinenzmaterial.

Bisher hatten die Heime dafür eine Pauschale von 2,20 Franken pro Bewohner zur Verfügung. Im Mai hat das Bundesamt eine Änderung angekündigt, die ab 1. Juli umgesetzt werden sollte: Die Pauschale fällt weg. Die Heime sollen diese Materialien nun pro Heimbewohner für die Krankenpflegeversicherung abrechnen.

Durch Verhandlungen mit dem Kanton hätten die Heime zwar erreicht, dass die Umsetzung erst ab dem 1. Oktober gilt, sodass sie etwas mehr Zeit hatten, Lösungen zu finden, führte der Heimleiter aus. Viele Heime arbeiten nun mit lokalen Apotheken zusammen, ähnlich wie dies bereits mit den Medikamenten geschieht, die seit knapp drei Jahren ebenfalls pro Bewohner abgerechnet werden müssen.

«Für uns bedeuten solche Entscheide viel Zusatzaufwand. Sie umzusetzen, bindet Ressourcen und nimmt uns Zeit, die wir so im Büro und nicht bei den Bewohnern verbringen», sagte Daniel Corpataux. Zudem wirke sich dies auf das Budget 2022 aus (siehe Kasten). «Es ist nicht klar, welche Kosten auf uns zukommen.» Der Verband hat dafür nun 30‘000 Franken als Mindereinnahmen budgetiert.

Zahlen und Fakten

Budget sieht ein Minus von 599‘000 Franken vor

Die Delegiertenversammlung unter der Leitung von Präsident Armin Jungo hat das Budget 2022 genehmigt. Es sieht einen Betriebsaufwand von 6,198 Millionen Franken und Einnahmen von 5,599 Millionen Franken vor und damit ein Betriebsdefizit von rund 599‘000 Franken, wie Finanzchef Hubert Zumwald erklärte. Der Verband will 2022 rund 132‘000 Franken investieren. Unter anderem soll der Weg rund um das Heim saniert werden. Auch werden die Geländer an den Balkonen erhöht, da neue Normen in Kraft sind. Neben den Kosten für Covid-Schutzmaterial von 5000 Franken, den Mindereinnahmen durch die neue Migel-Regelung von 30‘000 Franken kommt dem Verband auch eine neue Krankentaggeldversicherung 50‘000 Franken teurer als bisher. Den gleichen Betrag budgetiert das Heim für die neue Verrechnung der Platzierungskosten für Heimbewohner in anderen Bezirken. Die drei Gemeinden müssen insgesamt 1,033 Millionen Franken für den Heimbetrieb in ihre Budgets aufnehmen. Für Plaffeien macht das rund 727‘000 Franken, für Plasselb rund 183‘800 Franken und für Brünisried 122‘000 Franken. im

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