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Für den heiligen Martin kommt der Sommer noch einmal kurz zurück

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Nachdem ich vor einem Monat den Altweiber-Sommer beschrieben haben, möchte ich noch auf eine weitere Singularität hinweisen: auf den Martini-Sommer. In der Zeit um den 11. November erleben wir oft eine Schönwetterperiode. Eigentlich ist es doch ein bisschen verwegen, von einem «Sommer» im November zu sprechen. Für einen Sommer müssten die Temperaturen auf über 25 Grad Celsius steigen.

 Gar nicht so selten stellt sich aber, am Ende der ersten Dekade des Monats November, nochmals eine Reihe von warmen Tagen ein, mit Temperaturhöchstwerten von 15 bis 20 Grad Celsius, und das kurz vor der dunklen und kalten Winterzeit. Was verursacht diese Wetterlage? Das kann eine wenig ausgeprägte Hochdrucklage sein, oder es sind ein paar klassische Föhntage, die das Thermometer beeinflussen. In jedem Fall erinnern wir uns gerne an vergangene Sommertage.

Seit langer Zeit ist der 11. November der Gedenktag des heiligen Martin von Tours. Martin ist bis heute ein sehr volksverbundener und beliebter Heiliger. Da ist es nicht verwunderlich, dass diese milden Tage Martini-Sommer genannt werden. Weil sich der Martini-Sommer in mehr als 70 Prozent aller Jahre, seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, immer wieder zum gleichen Zeitpunkt einstellt, gehört er in der Meteorologie, wie schon angedeutet, zu den Singularitäten.

 Zurzeit verändert sich die Natur in beeindruckender Weise. Die Blätter verfärben sich von Grün über Gelb bis Rot in allen Schattierungen. Beim kleinsten Windstoss fallen sie von den Bäumen. Das ist kein Sterben der Natur, wie man das oft hört. Die Natur geht nur in eine Ruhephase und macht sich bereit für neues Keimen und Spriessen im kommenden Frühling. Ein Dichter drückte das einmal folgendermassen aus:

 

 «Es knospt unter den Blättern und das nennen sie Herbst!»

 

 Eine wunderschöne Legende um den heiligen Martin von Tours beschreibt nicht nur das Verfärben der Blätter, sondern auch das Aufblühen der Natur. Wir alle kennen die grossartige Geste, wie Martin als junger römischer Offizier einem frierenden Bettler die Hälfte seines warmen Mantels gibt, den er zuvor mit seinem Schwert teilte.

Der Nebel lichtete sich

Martin wurde später Bischof von Tours in Frankreich. In seinem Amt besuchte er einmal die Christengemeinde von Candes, einem Dorf beim Zusammenfluss von Loire und Vienne. Dort waren die Christen unter sich zerstritten. Der alte und schon kränkelnde Bischof Martin wollte Frieden stiften. Das gelang ihm auch, aber er verstarb überraschend in Candes. Weil er so beliebt war, kamen die Leute von Tours und entführten den Leichnam in einer Nacht- und Nebelaktion. Sie legten ihn auf ein Schiff und fuhren damit auf der Loire zurück nach Tours.

Überall, wo sie durchkamen, lichtete sich der Nebel, die Temperaturen stiegen an, es wurde sommerlich warm, die ganze Natur erwachte. Gräser, Blumen und auch Bäume fingen an zu blühen, die Vögel zwitscherten. Es war wie in einem Sommer, im Martini-Sommer.

Für die Bauern ist der Martinstag am 11. November auch ein Lostag. Um diesen Tag herum wird das Wetter genau beobachtet und dann mit der kommenden Witterung in Verbindung gebracht. Weil der Winter vor der Türe steht, werden schon erste Versuche zur Vorhersage des zu erwartenden Winterwetters gemacht, wie zum Beispiel folgende Bauernregeln zeigen:

«Ist Martini trüb und feucht, wird gewiss der Winter leicht.»

 

 «An Martin Sonnenschein, tritt ein kalter Winter ein».

 

 Nach Professor Horst Mahlberg von der Universität Berlin, der die Bauernwetterregeln auf ihren Stellenwert und ihre Richtigkeit untersucht hat, müsste man die Zehn-Tage-Verschiebung durch die gregorianische Kalenderreform im Jahre 1582 berücksichtigen. Somit käme der Martinstag auf den 21. November zu liegen. Mahlberg fand heraus, dass ein neblig trüber Martinstag am 11. November in nur 65 Prozent der Fälle zu einem milden Winter führt. Ist das Wetter hingegen um den 21. November neblig und trüb, so wird der kommende Winter in 75 Prozent aller Fälle mild und in den Niederungen schneearm ausfallen. Man kann gespannt sein, ob diese Bauernregeln um den Martinstag den kommenden Winter richtig vorhersagen.

Mario Slongo. Bild ae/aFarbenfroher Herbst: Die Natur geht in eine Ruhephase.Bild ????Mario Slongo. Bild Aldo Ellena/a

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