Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Gefälschter Brief: auch Poststempel unecht

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

 Was einige Empfänger des gefälschten Briefes in Giffers am Dienstag bereits vermutet hatten, hat die Schweizerische Post gestern bestätigt: Der Brief ist nicht über die Post verteilt worden. Gemäss Mediensprecher Bernhard Bürki ist auch der Poststempel auf den Briefumschlägen nicht echt. «Das ist kein richtiger Web-Stamp. Er ist von einem bestehenden Dokument der Post kopiert worden», erklärt Bürki. Dies hätten Spezialisten der Post sofort erkannt. Da die Post bei dieser Aktion nicht zu Schaden gekommen sei und weil keine ihrer Leistungen missbraucht worden seien, gehe er nicht davon aus, dass die Post rechtliche Schritte einleiten werde, sagt Bernhard Bürki.

Bürger verunsichert

Beim Brief handelt es sich um ein von Unbekannten gefälschtes Schreiben, in dem steht, dass die Planung des Bundeslagers für Asylsuchende in Giffers per sofort eingestellt wird. Unterschrieben ist der Brief von Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga–deren Unterschrift ebenfalls gefälscht ist (FN vom Mittwoch). Dieser Vorfall hatte am Dienstag in Giffers für grosse Unsicherheit gesorgt. Denn der Brief sieht täuschend echt aus.

 Nicht an alle 600 Haushalte

«Es sieht so aus, als sei der Brief in der Nacht auf Dienstag von Hand verteilt worden», sagt Gallus Risse, Mediensprecher der Freiburger Kantonspolizei. Was die Polizei inzwischen mit Gewissheit weiss: Der gefälschte Brief ging nicht an alle der gut 600 Haushalte in Giffers. Wie viele Personen das Schreiben erhalten haben, ist zurzeit aber noch unklar.

Die Polizeibeamten haben gemäss Risse die polizeilichen Ermittlungen aufgenommen. Sie arbeiten unter anderem auf dem Terrain in Giffers, machen Spurensicherungen, Analysen und Umfragen. Zudem werde der Brief einer technischen Analyse unterzogen. Was Gallus Risse ebenfalls bestätigen kann: Die Couverts sind nicht etwa Original-Couverts, die beim Bund gestohlen worden sind, sondern ursprünglich neutrale Briefumschläge, auf die jemand das Logo der Eidgenossenschaft gedruckt habe. Gleich verhalte es sich mit dem Briefpapier.

Bei Bundesanwaltschaft

Die Kantonspolizei sei in Kontakt mit dem Bund, um das weitere Vorgehen abzuklären, sagt Gallus Risse. Es ist jedoch noch nicht sicher, dass von der Bundesanwaltschaft ein Verfahren eröffnet wird. «Gestützt auf den Pressebericht und die Umschreibung des Schriftstückes ist derzeit nicht von einem Schriftstück mit Urkundencharakter und daher nicht vom Verdacht einer gefälschten Bundesurkunde auszugehen», teilte die Mediensprecherin der Bundesanwaltschaft, Jeannette Balmer, gestern Abend schriftlich mit und erklärte weiter: «Soweit ersichtlich ist das fragliche Schriftstück nicht geeignet, eine Tatsache von rechtlicher Bedeutung zu beweisen.»

Polizeisprecher Gallus Risse erklärte denn auch, dass die Polizei noch keinen offiziellen Auftrag erhalten habe. Sie ermittle aber von Amts wegen «im Rahmen ihrer Kompetenzen». Philipp Schwander vom eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartement sagte, dass das Departement noch nicht entschieden habe, ob es rechtliche Schritte einleiten werde. «Die Abklärungen laufen.» Von der Freiburger Staatsanwaltschaft war gestern niemand erreichbar, der Medienanfragen beantworten konnte.

 Hinweise von Zeugen an die Kantonspolizei unter: 026 305 39 39.

Mehr zum Thema