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«Gottéron ist für uns überlebenswichtig»

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Mit dem Punktgewinn bei der 3:4-Niederlage nach Verlängerung haben sich die Düdingen Bulls am Dienstag im Strichkampf der Swiss Regio League etwas Luft verschafft. Die Abstiegssorgen sind sie aber noch nicht los. Was eine Relegation für den Verein bedeuten würde und warum die Zusammenarbeit mit Gottéron für die Düdinger überlebenswichtig ist, erklärt Bulls-Präsident Josef Baeriswyl im Interview.

 

Josef Baeriswyl, die Düdingen Bulls haben am Dienstagabend in Chur 3:4 nach Verlängerung verloren. Wie stufen Sie dieses Resultat ein?

Natürlich hätten wir lieber gewonnen, dann müssten wir uns keine Sorgen mehr um den Ligaerhalt machen. Anderseits wäre eine Niederlage ohne Punktgewinn fatal gewesen, weil wir dann ans Tabellen­ende gerutscht wären. So gesehen kann ich mit dem Resultat gut leben. Extrem gefreut hat mich die Tatsache, dass die Mannschaft den 0:3-Rückstand aufgeholt hat. Das war ein richtiger Aufsteller für die Spieler. Die Stimmung in der Kabine war nach dem Spiel denn auch sehr positiv, trotz der Niederlage. Man darf nicht vergessen, dass wir mit einem Rumpfteam angetreten sind, bei dem einer mit einem Gips, der andere mit einer Schiene und viele andere angeschlagen auf dem Eis standen.

Wie beurteilen Sie die Ausgangslage Ihres Teams vor den beiden abschliessenden Runden?

Der in Chur gewonnene Punkt war sehr wichtig. So liegen wir zwei Zähler vor den Bündnern und können den Liga­erhalt aus eigener Kraft schaffen. Es gibt nichts Schlimmeres, als von den Leistungen eines anderen abhängig zu sein. Im schlechtesten Fall brauchen wir noch vier Punkte. Das schaffen wir, davon bin ich zu 100 Prozent überzeugt.

Als Präsident haben Sie sich trotz allem Optimismus mit dem Szenario eines Abstiegs auseinandersetzen müssen. Was würde eine Relegation für den Verein bedeuten?

Es würde uns auf mehreren Ebenen treffen. Bei der Vorbereitung für die nächste Saison sind wir schon weit fortgeschritten. Alles ist allerdings auf die Swiss Regio League ausgerichtet worden. Im Falle eines Abstiegs müssten wir alles hinterfragen und eine neue Auslegeordnung machen. All die bereits unterzeichneten Verträge mit Sponsoren, Spielern und Trainern müssten wir neu verhandeln.

Rechnen Sie im Falle eines Abstieg mit weniger Unterstützung vonseiten der Sponsoren?

Ein grosser Teil der Sponsoringverträge ist bereits unterzeichnet. Bei den Verhandlungen mit den Sponsoren habe ich nie von der 1. Liga gesprochen, ganz bewusst nicht. Es ist immer um die Swiss Regio League gegangen. Sollten wir nächste Saison tatsächlich eine Liga tiefer spielen, dann müssten wir die Verträge mit den Geldgebern neu aushandeln. Wir haben einige treue und gute Sponsoren, von denen ich denke, dass sie uns auch in der 1. Liga im gleichen finanziellen Umfang unterstützen würden. Aber es gibt sicherlich auch die anderen, die ihre Beiträge kürzen würden.

Mit welchen finanziellen Einbussen rechnen Sie?

In der 1. Liga hätten wir weniger Sponsoreneinnahmen, im Gegenzug könnten wir aber bei den Ausbildungsentschädigungen Einsparungen machen. In der Swiss Regio League zahlen wir dem Eishockey-Verband jede Saison 100 000 Franken, damit Spieler, die ihre Ausbildung bei einem anderen Verein gemacht haben, für die Bulls spielen dürfen. Dieses Geld leitet der Verband – nachdem er einen Teil davon für sich behalten hat – den betreffenden Ausbildnerclubs weiter. In der 1. Liga regional sind die Ausbildungsentschädigungen tiefer. Unter dem Strich müssten wir unser Budget um etwa ein Viertel kürzen. Aktuell sind wir bei 450 000 Franken pro Saison.

Düdingen bezahlt mit den hohen Ausbildungsentschädigungen dafür, dass der Verein keine eigene Nachwuchsbewegung hat.

Das ist so. Ohne Zusammenarbeit mit Gottéron wären wir deshalb nicht überlebensfähig. Wir müssen auch für die Spieler, die bei Gottéron die Ausbildung gemacht haben, Entschädigungen zahlen. Dank unserer Zusammenarbeit vergütet uns Freiburg das Geld aber zurück, wenn ihre Jungen bei uns in der 1. Liga spielen und Erfahrungen sammeln können. Die jungen Freiburger sind sportlich eine Bereicherung für unser Team. Und nur dank ihnen haben wir überhaupt genügend Spieler. Wenn der Got­téron-Nachwuchs nicht zu uns kommen würde, dann müssten wir andere Spieler engagieren. Für diese müssten wir dann wieder Ausbildungsentschädigungen zahlen. Momentan wüsste ich nicht, woher das Geld dafür zu nehmen.

Würde ein Abstieg die Zusammenarbeit mit Gottéron gefährden?

Wir sind für Gottéron sicherlich interessanter als Partner, wenn wir in der Swiss Regio League spielen. Bei uns können Gottérons Nachwuchsspieler profitieren, das Niveau der Liga ist hoch. In der 1. Liga regional würde das sicherlich anders aussehen.

Wie würde sich eine sportliche Relegation auf die Kaderzusammenstellung für nächste Saison auswirken?

80 Prozent der Spieler haben bereits für nächste Saison unterschrieben. Es sind zwar Verträge für die Swiss Regio League, aber alle Spieler haben mir zugesichert, dass sie uns auch bei einem Abstieg treu bleiben. Bei den Spielerentschädigungen und Spesen müssten wir wegen der Budgetkürzung zwischen 20 000 und 30 000 Franken einsparen.

Im zweiten Jahr in der Swiss Regio League mussten die Düdingen Bulls zum zweiten Mal in die Abstiegsrunde. Haben Sie sich schon überlegt, einen Schritt zurückzumachen und so wie der Fussballclub SC Düdingen momentan in einer Liga tiefer einen Neuanfang zu tätigen?

Das ist für uns kein Thema. Der SCD hat diesen Schritt nicht aus sportlichen Überlegungen gemacht, sondern weil er fast nur noch auswärtige Spieler im Team hatte. Nun macht er mit Einheimischen einen Neustart, was ich durchaus gut finde. Unser Problem ist nicht, dass wir zu viele Auswärtige in der Mannschaft haben. 80 Prozent der Spieler sind aus der näheren Umgebung, aus dem Sensebezirk, aus der Region Murten, aus der Stadt. Unser Problem war das Verletzungspech, deshalb konnten wir nicht das zeigen, was wir eigentlich könnten.

Wo sollten die Bulls denn klassiert sein?

Ohne die vielen Ausfälle würden wir auf Platz fünf oder sechs sein. Natürlich haben auch die anderen Teams während einer Saison mit Verletzungen zu kämpfen. Aber bei uns hat es nicht nur viele, sondern auch die besten Spieler erwischt. Und dies über längere Zeit. Das hat nichts mit falschem Aufbautraining oder Überbeanspruchung zu tun. Es ist ganz einfach Pech. Wenn man ständig die Linien neu zusammensetzen muss, können die Automatismen nicht funktionieren. Dass wir so viele Wechsel auf der Goalieposition hatten, war ebenfalls nicht förderlich.

Wie sieht es bezüglich Torhüter für nächste Saison aus?

Wir wissen immer noch nicht, ob Fabian Zaugg (der designierte Stammtorhüter hat sich im August eine Gehirnerschütterung zugezogen, Red.) ab Mai in der Saisonvorbereitung wieder spielen kann. Er hat immer noch Kopfschmerzen und leidet an Gleichgewichtsstörungen. Er kann erst seit einem Monat überhaupt wieder zu 100 Prozent arbeiten. Das ist uns zu riskant, wir brauchen zwei Top-Goalies, damit sich die Geschichte von diesem Jahr nicht wiederholt. Aus diesem Grund haben wir Fabian noch keinen Vertrag angeboten. Wir sind auf der Suche nach Alternativen.

«Wir bezahlen dem Eishockey-Verband jede Saison 100 000 Franken an Ausbildungs­entschädigungen.»

«Für Gottéron sind wir interessanter als Partner, wenn wir in der Swiss Regio League spielen.»

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