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Gottérons kantonale Talentschmiede

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«Freiburg soll künftig nicht nur eine Eishockeystadt, sondern ein Eishockeykanton sein», sagte Gottérons Präsident Michel Volet gestern zum Abschluss der Medienkonferenz, an der ein neues kantonales Ausbildungskonzept präsentiert wurde. Der EHC  SenSee, der EHP  Jean Tinguely, die Vereinigung Les Griffons – zu der sich vor zwei Jahren der HC  Bulle-La Gru­yère, der CP de la Glâne und der HC  Veveyse zusammengeschlossen haben – sowie das unter der Schirmherrschaft des Freiburgischen Eishockeyverbands existierende Ausbildungszentrum Gottéron  MJ werden ab der Saison 2019/20 im Nachwuchsbereich zusammenarbeiten.

Die Ziele der neuen Einheit: Mehr junge Spieler rekrutieren und eine im ganzen Kanton qualitativ hochstehende Nachwuchsarbeit garantieren. Alle Junioren des Kantons sollen die gleichen Möglichkeiten haben, sich für einen Platz bei den Düdingen Bulls in der Swiss Regio League zu empfehlen, um den Sprung zu Gottérons Partnerverein HC Ajoie in die Swiss League zu schaffen oder sich gar für das kantonale Spitzenteam Freiburg-Got­téron in der National League aufzudrängen.

Zwei professionelle Trainer

Kernstück des neuen Ausbildungskonzeptes ist die Verpflichtung von zwei professionellen Trainern. Pascal Schaller, langjähriger Gottéronspieler und aktueller Juniorentrainer bei den Drachen, wird künftig in der Region Nord beim EHC  SenSee-Future und beim EHP  Jean Tinguely arbeiten. Bei den Vereinen im Süden des Kantons wird es der Kanadier Claude Fugère sein.

Die beiden werden in den Vereinen nicht nur Trainings leiten, sondern auch Schulungen für den Trainerstaff durchführen. Sie werden mithelfen, Strukturen zu verbessern und die Clubs bei der Umsetzung von Konzepten unterstützen. Und vor allem sollen Schaller und Fugère sicherstellen, dass im Ausbildungsbereich überall die gleichen Schwerpunkte gesetzt werden, die gleichen Skills und Taktiken vermittelt werden und im Kanton dieselben Trainingsphilosophien umgesetzt werden. Dieser rote Faden, der von Gottéron vorgegeben wird, hat es bereits in den vergangenen Jahren gegeben. Künftig wird er aber noch dichter und stärker gesponnen. «Ich werde mich jede Woche mit den beiden Trainern treffen und sicherstellen, dass der Austausch zwischen allen Parteien funktioniert», sagt Gottérons Ausbildungschef Gerd Zenhäusern.

Worte, die den Ausbildungschef von EHC SenSee-Future jubeln lassen. Robert Slehofer bezeichnet die neue Kooperation als «Meilenstein». «Für unsere Spieler ist es gut, zu sehen, dass auch sie die Möglichkeit haben, später Leistungssport zu betreiben», sagt der 46-Jährige, der in der Zeit von 1997 bis 2003 insgesamt 234 NLA-Spiele für Gottéron absolviert hat. «Bisher waren wir ziemlich abgeschottet. Wenn eines unserer Talente entdeckt wurde und den Sprung nach Freiburg geschafft hat, dann geschah dies eher per Zufall. Künftig dürften wir mehr wahrgenommen werden.»

Eine gute halbe Million lassen sich die Vereine das Projekt in den ersten drei Jahren kosten. An den Kosten beteiligen sich alle Partnervereine, wobei Gottéron den Löwenanteil übernimmt.

Grösseres und stärkeres Spielerreservoir

Die Basis verbreitern, in der Breite nach Talenten suchen und diese fördern – bei den Drachen hofft man, dank des kantonalen Ausbildungskonzepts künftig ein grösseres und vor allem ein qualitativ stärkeres Spielerreservoir zur Verfügung zu haben. Obwohl die ausbildenden Vereine aktuell einen grossen Zulauf haben – SenSee-Future bildet in dieser Saison mehr Junioren aus als je zuvor in seiner 20-jährigen Vereinsgeschichte – sind im Kanton zurzeit nur rund 600 Junioren-Eishockeyspieler aktiv. Anders als bei den meisten anderen NLA-Vereinen gibt es in Freiburg auf Stufe Mini nur ein Team auf Niveau Top. Und bei Gottérons Elite A stehen regelmässig auswärtige Spieler im Einsatz, weil es zu wenig hiesige gibt. «Wir wollen künftig keine Spieler mehr von auswärts holen müssen, um ein Team zusammenzubekommen. Wir wollen eigene bevorzugen», sagt Zenhäusern.

Ein grösseres und stärkeres Spielerreservoir im Kanton würde auch den Düdingen Bulls zugutekommen. Das Sensler Swiss-Regio-Team pflegt schon länger mit Gottéron eine Zusammenarbeit und einen Spieleraustausch. Weil Gottérons Nachwuchskader allerdings (zu) knapp bestückt ist und es den Elite-A-Junioren auch diese Saison sportlich nicht gut läuft, wollen und können die Freiburger den verletzungsgeplagten Bulls momentan keine Spieler ausleihen. «Kommt hinzu, dass längst nicht alle Junioren das spielerische Niveau haben, um in der Swiss Regio mitzuhalten», sagt Bulls-Präsident Josef Baeriswyl. «Ich erhoffe mir schon, dass als Folge des neuen Ausbildungskonzeptes künftig mehr Spieler zu uns kommen.»

«Geduldig sein»

«Es geht aber nicht nur darum, künftige Sprungers, Bykows und Mottets hervorzubringen», betont Gottérons Ausbildungschef Zenhäusern. «Beim neuen Ausbildungskonzept geht es auch um die Stärkung der Vereine in der Region. Nicht alle Junioren werden es an die Spitze schaffen. Sie werden aber später Coaches, Trainer, Präsidenten oder Eltern sein, die das Eishockey und die Vereine auf die eine oder andere Art unterstützen.»

Für Robert Slehofer, Ausbildungschef von EHC SenSee-Future, bringt die kantonale Kooperation neben vielen Vorteilen auch einige Herausforderungen mit sich. «Wir werden von dem professionellen Trainer – dem ersten übrigens in unserer Vereinsgeschichte – ganz sicher profitieren können. Es ist gut, zusammen mit Gottéron mehr auf Leistungssport zu setzen. Wir sind aber ein Verein, bei dem der Breitensport eine wichtige Rolle einnimmt. Wir wollen auch den weniger talentierten Jungen eine Möglichkeit bieten, Eishockey zu spielen. Unsere Herausforderung wird es sein, beiden Seiten gerecht zu werden. Die Umsetzung eines solchen Projekts braucht Zeit und Geduld. Ein erster wichtiger Schritt wurde heute gemacht.»

«Freiburg soll künftig nicht nur eine Eishockeystadt, sondern ein Eishockey­­ kanton sein.»

Michel Volet

Präsident Gottéron

«Es geht nicht nur darum, künftige Sprungers, Bykows und Mottets hervorzubringen.»

Gerd Zenhäusern

Ausbildungschef Gottéron

«Für unsere Spieler ist es gut, zu sehen, dass auch sie die Möglichkeit haben, später Leistungssport zu betreiben.»

Robert Slehofer

Ausbildungschef EHC SenSee

Sport und Schule

«Es braucht Verbesserungen»

Es ist ein Problem, mit dem nicht nur Gottéron zu kämpfen hat: Der Nachwuchssport verliert viele seiner besten Talente an professionellere Strukturen in anderen Kantonen, und dem Spitzensport mangelt es in Freiburg an finanziellen Mitteln, um konkurrenzfähige Rahmenbedingungen zu schaffen. Der Ruf nach einer Freiburger Sportschule wird deshalb von verschiedenen Seiten immer lauter.

Massnahmenkatalog

Auch Raphaël Berger, CEO der HC  Freiburg-Gottéron  AG und der Gottéron  MJ  GmbH, hob gestern die Wichtigkeit eines funktionierenden Ausbildungssystems, das Studium und Sport vereint, hervor. Zusammen mit anderen Mitgliedern aus Sport und Politik hat Gottéron in einer Ad-hoc-Kommission einen interkantonalen Vergleich zum Thema «Schule und Sport» erstellt. «Aus den gewonnenen Erkenntnisse haben wir diverse Verbesserungsvorschläge formuliert und einen Massnahmenkatalog ausgearbeitet, mit dem sich die Situation in Freiburg verbessern lässt», sagte Berger.

Die vorgeschlagenen Massnahmen würden von der Digitalisierung des Unterrichtsstoffes bis zur Gründung von Spezialklassen für junge Sportler reichen. «Unseren Massnahmenkatalog haben wir dem kantonalen Amt für Sport präsentiert. Das Amt arbeitet seit einem Vorstoss im Grossen Rat im Jahr 2017 an einer Vergleichsstudie und kann nun unsere Erkenntnisse in seinen eigenen Rapport einfliessen lassen», so Berger. Das Ziel für alle beteiligten Parteien sei es nun, möglichst rasch konkrete Verbesserungsvorschläge auszuarbeiten. «Eines ist klar: Es braucht in Freiburg unbedingt Verbesserungen.» ms

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