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Hausbesitzer und Nachbarin in Altavilla halten Behörden seit 2006 auf Trab

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Seit rund 15 Jahren besitzt W. G.* ein Haus in Altavilla. Sein Wohnsitz ist in Bern. Der Mann sammelt laut eigenen Angaben alte Öfen. Vor seinem unbewohnten Bauernhaus im Dorf Altavilla sind Fahrzeuge und weiteres Material zu sehen. Der Nachbarin Grazia Siliberti stösst dies sauer auf; seit 2006 wehrt sie sich dagegen mit rechtlichen Schritten. In einem offenen Brief wirft sie nun der Gemeinde Murten und dem Oberamtmann vor, das Dossier seit Jahren ignoriert und verschleppt zu haben, obwohl ein Gerichtsentscheid, eine Verfügung und Beschwerden vorlägen. «Die Liegenschaft Altavilla 30 ist eine illegale Sondermülldeponie in der landwirtschaftlichen Dorfzone Altavilla, geduldet von der Stadt Murten und dem Oberamtmann», schreibt Grazia Siliberti, die unmittelbar gegenüber des Hauses von G. eine Liegenschaft besitzt und laut eigener Aussage dort lebt.

Tonnenschweres Chaos

 «Im Haus des Mannes lagern alte Kühlschränke, Elektrogeräte, alte Autos, bei denen Öl und Benzin ausläuft, und anderer Abfall offen und ungeschützt in einem tonnenschweren Materialchaos», so Siliberti in dem offenen Brief an die zuständige Murtner Gemeinderätin Katharina Thalmann (SVP). «Der Zustand widerspricht dem seinerzeit bewilligten Baugesuch, ist nicht zonenkonform und widerspricht in Bereichen wie Umweltschutz, Feuerpolizei und Entsorgung dem Gesetz.» Siliberti beruft sich auf einen Gerichtsentscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons, der die Gemeinde Murten 2007 dazu verpflichtete, die Ordnung auf der Liegenschaft zu überwachen. Zudem existiert laut Siliberti auch eine Verfügung der Gemeinde Murten von 2009, die den Hausbesitzer dazu auffordert, seine Liegenschaft instand zu stellen.

Weil die Behörden laut Siliberti jedoch nichts weiter unternommen haben, hat sie 2008 und 2013 beim Oberamt Beschwerde wegen Verletzung der Aufsichtspflicht gegen Murten eingereicht. 2015 reichte sie gegen den Oberamtmann Beschwerde wegen Verletzung der Aufsichtspflicht beim Staatsrat ein. Bei einer Besichtigung vor Ort wehrt sich der Hausbesitzer gegenüber den FN gegen die Vorwürfe: «Es kann auf keinen Fall von einer Sondermülldeponie gesprochen werden.» Nirgends laufe Öl oder Benzin aus, und auf seinem Grundstück stünden nur geprüfte und mit Kontrollschild versehene Motorfahrzeuge. Der Mann geht um sein Haus: «Ich handle mit alten Öfen und Antiquitäten», erklärt er. Ursprünglich habe er geplant, eine Halle zu bauen für sein Material. «Doch das hat nicht geklappt.» Er sei sich bewusst, dass der Standort im Dorf nicht ideal sei, «ich bin aber bemüht, den Wünschen des Gemeinderates zu entsprechen und mit allen in Frieden zu leben.» Leider habe Grazia Siliberti noch nie mit ihm gesprochen. Er sei Rentner und verdiene mit dem Antiquitätenhandel Geld, das er zum Leben brauche.

Oberamtmann Daniel Lehmann bestätigte den FN auf Anfrage die Beschwerde von Grazia Siliberti wegen Verletzung der Aufsichtspflicht. Er sei nun vom Staatrat aufgefordert worden, dazu Stellung zu nehmen, sagte Lehmann. Da es sich um ein laufendes Verfahren handelt, dürfe er aber nicht mehr dazu sagen.

Auf das laufende Verfahren beruft sich auch Katharina Thalmann: «Mit dem Liegenschaftsbesitzer sind seit Jahren laufende juristische Verfahren hängig», sagt die Gemeinderätin, sie könne nicht mehr dazu sagen. Gegen den Vorwurf der Verschleppung des Dossiers wehrt sich Thalmann: «Wir sind jede Woche mehrmals dort.» Es handle sich um ein grosses Dossier, und der Mann habe die juristischen Fristen ausgeschöpft. «Wir sind dran–mit dem Amt für Umwelt und mit dem Oberamt.»

*Name der Redaktion bekannt.

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