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Impfzentren pausieren über die Festtage und geben dann Vollgas

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Lange war der Kanton Freiburg zurückhaltend mit den Auffrischungsimpfungen, den sogenannten Boostern. Er wollte die älteren und schwächeren Personen vorziehen. Rundherum haben viele Kantone die Booster-Impfungen bereits früh für ein breiteres Publikum freigegeben – Freiburg zieht nun nach.

Der Kanton Freiburg möchte die Zahl der Auffrischungsimpfungen erhöhen. Dafür braucht es noch einiges an Effort. Im Januar sollen die Kapazitäten erhöht werden, sagt Claudia Lauper, Generalsekretärin der Gesundheitsdirektion, im Interview.

Claudia Lauper, Freiburg gehört zu den Kantonen mit den tiefsten Zahlen bei den Booster-Impfungen. Werden diese nun auch für unter 65-Jährige freigegeben?

Ja, jede Person ab 16 Jahren kann sich einschreiben. Wir haben wie das letzte Mal eine Warteliste. Noch immer haben zwar die über 65-Jährigen bei den Impfterminen Priorität. Aber sobald es freie Plätze gibt, impfen wir auch andere Altersklassen. Das Gesundheitspersonal hat Vorrang, dann folgen wir dem Datum der Anmeldung. Wer seine Grundimpfung in einem Impfzentrum erhalten hat, bekommt ein SMS mit der Aufforderung, sich eintragen zu lassen.

Der Bundesrat will mit dem Prinzip 2G – geimpft oder genesen – das Boostern und Impfen fördern. Erwarten Sie in den Impfzentren nun einen Ansturm?

Es ist nicht möglich, zu sagen, wie viele Leute mehr kommen werden, um geimpft zu werden. Wir erwarten tatsächlich ein grösseres Interesse für die erste Impfdosis, weil man sich mit 2G nicht freitesten kann, sondern geimpft sein muss. Die Zahlen der letzten Tage bestätigen unsere Vermutung. Wir zählen aktuell etwa 80 Anmeldungen täglich für die erste Dosis. Hinzu kommen rund 40 für die Impfung mit dem Wirkstoff von Johnson und Johnson. Bei dieser braucht es keine zweite Impfung.

Wie lang ist Ihre Warteliste? 

Aktuell haben wir insgesamt 24 000 Personen, die auf einen Termin für die Impfung warten. Sobald wir freie Plätze haben, bieten wir sie auf. Die meisten haben sich für den Booster eingeschrieben. Für die Erstimpfung melden sich nur wenige an, aber dafür müssen sie sich ja auch nicht anmelden.

Wie ist die Lage in den Impfzentren? Haben Sie schon Staus an den Impfboxen?

In Granges-Paccot werden aktuell am Tag insgesamt 1000 bis 1300 Personen geimpft, in Bulle 350. Das können wir mit den vorhandenen Kapazitäten bewältigen. Im Januar werden wir diese erhöhen.

Haben Sie vor, weitere Impfzentren zu eröffnen oder die mobilen Einheiten zu reaktivieren?

Wir haben im Moment nicht vor, neben den beiden bestehenden weitere Impfzentren zu eröffnen. Ab Januar werden jedoch wieder mobile Impfteams in der Region unterwegs sein und impfen. Im Gegensatz zur letzten Kampagne im November werden an den Aussenstandorten aber auch Booster verabreicht. Wir gehen sogar davon aus, dass die mobilen Impfteams vor allem Auffrischungsimpfungen verabreichen werden.

Warum wurden die mobilen Impfteams überhaupt abzogen?

Wir haben wegen der Vorweihnachtszeit in den Einkaufszentren, in denen die meisten Aussenstandorte waren, keine Zeitfenster bekommen. Deshalb mussten wir die mobilen Equipen herunterfahren – vorübergehend.

Sie schliessen trotz der langen Warteliste über die Festtage das Impfzentrum. Warum?

Wir haben Engpässe beim Personal, die Teams sind erschöpft. Wir müssen sie schonen. Selbst wenn die Armee uns helfen könnte, fehlen uns die Spezialistinnen. Aber im Januar wollen wir alle Kapazitäten, also Impfzentren wie mobile Einheiten, hochfahren. Es kommt viel Arbeit auf uns zu. Die Wochen nach Weihnachten werden anstrengend sein. Wir werden dann mehr impfen als jetzt.

Bald werden in der Schweiz Kinderimpfungen freigegeben. Dann dürfen auch die 5- bis 11-Jährigen geimpft werden. Sind Sie bereit dafür? Reichen die Kapazitäten?

Ja, wir haben dies vorgesehen. Wir werden die Möglichkeit haben,  Kinder zu impfen. Aber unsere Priorität wird die Impfung von Erwachsenen sein.

Sind nun alle besonders vulnerablen Personen geimpft oder haben gar schon den Booster erhalten?

Viele noch nicht geboosterte Risikopatienten werden von den Ärzten eingeschrieben. Sie erhalten vorrangig Termine in unseren Impfzentren. In der Zwischenzeit haben wir in allen Pflegeheimen geboostert und mit den Risikoinstitutionen begonnen. Das sind zum Beispiel Heime für Menschen mit Behinderung oder religiöse Gemeinschaften, in denen viele ältere Menschen leben und in denen wir in der Vergangenheit eine Häufung von Ansteckungen festgestellt hatten. 

Zahlen und Fakten

Tiefere Booster-Werte

Aktuell sind 69 Prozent der Freiburger Bevölkerung, also etwas über 224’000 Personen, mindestens einmal geimpft. Rund 11 Prozent haben bereits den Booster erhalten, das entspricht etwa 37’000 Personen. Zum Vergleich: Das schweizweite Mittel beträgt für mindestens die erste Impfung 68,5 Prozent, beim Booster aber 18 Prozent, also deutlich mehr. Spitzenreiter bei den Boostern ist Basel-Stadt mit mehr als 23 Prozent. Der Anteil der vollständig Geimpften über 80 Jahre liegt bei 96 Prozent, 61 Prozent von ihnen haben auch schon einen Booster erhalten.

Die Zahl der positiven Coronatests ist in den letzten Tagen gesunken, auch der Trend zeigt abwärts. Die Entwicklung läuft aktuell parallel zu den Zahlen der Hospitalisierungen. Anfang Woche waren 81 Prozent der Freiburger Spitalbetten belegt. 40 Covid-Patienten liegen in Freiburger Kliniken, Anfang November waren es noch 16 gewesen. Sieben von total 23 Intensivbetten sind aktuell frei – so viel wie seit Ende Oktober nicht mehr. Allerdings schwankt diese Zahl stark, weil Freiburg nur über 23 Intensivbetten verfügt. fca

Kommentare (4)

  • 23.12.2021-Leser

    Eigentlich ist ein Kommentar überflüssig, aber nur so ein paar Gedanken?
    Wieso wurde das bestens funktionierende Impfzentrum vom Forum nach Granges Paccot in ein absolut ungeeignetes Gebäude verlegt (Warteschlange draussen, drinnen viel zu wenig Platz etc…)
    Wenn die Warteliste bereits 25000 Anmeldungen umfasst, heisst dies, dass man min. 10 Tage auf eine Impfung warten muss, da ja die Kapazitäten pro Tag max. 1500 Personen betragen…
    Da jedoch das Impfzentrum nun noch an diversen Tagen geschlossen ist (wohl auch wegen dem Umzug ins Forum) … wird die Wartezeit erneut ansteigen….
    Wie soll bei einer Impf

  • 21.12.2021-Alex Beeler

    Die Krise besteht nun seit fast zwei Jahren. Und die Gesundheitsdirektion des Kantons Freiburg ist noch immer nicht vorbereitet. Wir warten seit 3 Wochen auf einen Booster-Termin. Wenn ich sehe, mit welch lächerlichen Kapazitäten Freiburg arbeitet, treten wirklich Fragen zur Professionalität der Verantwortlichen auf.

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