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Italien gewinnt Halbfinal dank alter Tugenden

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Italien steht dank alter Tugenden im EM-Final. Im Halbfinal gegen Spanien gewinnt es nicht mit einem Schönheitspreis – und genau dies macht den Erfolg womöglich umso wertvoller.

Italien gegen Spanien war immer auch ein wenig Kampf der Ideologien. Das spanische Tiqui-Taca gegen den italienischen Catenaccio. Schönheit gegen Zynismus. Ballbesitz gegen Konter. Diesmal schienen die Vorzeichen anders – zumindest aus italienischer Sicht. Die Squadra Azzurra hatte den Halbfinal gegen den «Klassenfeind» mit schönem Spiel erreicht. Gelobt für Technik und Offensive. Wahlweise «Grande Italia» oder «Bella Italia» hiess es weltweit. Und die Italiener selber, wie etwa die «Gazzetta dello Sport», schrieben vor dem Halbfinal: «Wir sind die Spanier».

Aber dann war in den 120 Minuten im Londoner Wembley doch wieder alles wie früher. Die Spanier spielten, sie hatten 65 Prozent Ballbesitz. Die Italiener konterten, sie hatten bis zu ihrem 1:0 in der 60. Minute keinen einzigen Schuss auf das gegnerische Tor gebracht. Aber sie gewannen gegen den Erzrivalen am Ende doch. Auch dies wie so oft in der Vergangenheit – wie an der EM 1988, wie an der WM 1994, wie an der EM 2016.

Der vielleicht wertvollste Sieg

Die Art, wie der Sieg gegen Spanien zustande kam, macht diesen für die Italiener vielleicht wertvoller als alle die 13 Siege zuvor. Weil er bewies, dass sich das Team von Trainer Roberto Mancini flexibel zeigen kann. Er offenbarte, dass sich die Italiener einem Chamäleon gleich an die Stärken und die Spielweise des Gegners anzupassen wissen.

Die «Gazzetta dello Sport» kommentierte es am Mittwoch in ihrem Leitartikel so: «Die Spanier sind immer noch sie, die Spanier. Aber wir haben bewiesen, dass wir auf den Punkt genau das auf den Platz bringen können, was es braucht, um die Meister des Ballbesitzes zu schlagen: unsere Widerstandskraft und Fähigkeit zu leiden.»

Mancini wollte zwischen den Auftritten bis zum Viertelfinal gegen Belgien sowie dem Halbfinal gegen Spanien keine klare Linie ziehen. Auf die Bemerkung, sein Team habe vor allem dank alter defensiver Tugenden gewonnen, reagierte er beim Interview mit dem italienischen TV-Sender «Rai» ziemlich unwirsch. «Mir gefallen diese Vereinfachungen nicht. Ein Fussballspiel besteht nie nur aus Verteidigen oder nur aus Angreifen. Es braucht immer beides. Das war heute so, und es war in den letzten Spielen so.»

Und doch: Ganz so wie Mancini sahen es seine Spieler nicht. Man habe «in den letzten Jahren nie so fest gelitten» wie gegen Spanien, sagte Abwehrchef Leonardo Bonucci. Der 34-Jährige ist bekannt für seine Angriffsauslösung und seine präzisen Diagonalpässe. Gegen Spanien wusste er sich mehrmals nur mit Befreiungsschlägen zu helfen. Das hatte man bei den Italienern in letzter Zeit nie mehr gesehen.

Wie die Löwen

Vielleicht auch deshalb kamen in den Schlagzeilen der grossen Zeitungen am Mittwoch Wörter wie «Grandezza» oder «Bellezza» nicht vor. Stattdessen titelte etwa der «Tuttosport»: «Che Leoni!» (»Was für Löwen!»), während der «Corriere dello Sport» wusste, dass auch ein wenig Beistand von oben nötig war: «Dio e› Italiano» (»Gott ist Italiener»). Im Final wird Italien seinen neuen, offensiven und attraktiven Stil wohl wieder stärker durchbringen können. Dafür gibt es ganz irdische Gründe: Der Gegner heisst dann nicht mehr Spanien.

Ausserdem verfügen die Italiener über das wohl ausgeglichenste Kader an dieser EM. Die K.o.-Phase war für die «Azzurri» mit zwei Verlängerungen gegen Österreich und Spanien sowie einem harten Kampf bis zur letzten Sekunde gegen Belgien zwar anstrengend. Doch ausgelaugt wird Italien am Sonntag nicht ins Wembley zurückkehren. Mancini konnte gegen Spanien im Verlaufe der Partie den gesamten Sturm und zwei Drittel des Mittelfeldes auswechseln, und das Spiel der Italiener wurde mit den Ersatzleuten sogar eher besser.

Drei Jahre und acht Monate nach dem Verpassen der WM-Endrunde 2018 steht Italien «einen letzten Zentimeter» (Bonucci) vor dem totalen Triumph. Wetten, dass die Squadra Azzurra als Europameister auf jeden Fall «Grande» und «Bella» sein wird? Auch wenn sie nochmals im italienischen Stil siegen müsste.

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