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Kinder von Asylsuchenden durften für einige Tage Ritter und Prinzessinnen sein

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Die fünf- bis zehnjährigen Kinder von Asylsuchenden im Kanton Wallis bestürmen am Montagmorgen ihre Burg, ein Ferienlagergelände in Haute-Nendaz. VonBeginn an nehmen sie die Spielsachen, Fussbälle, Springseile und Lagerleiter in Anspruch. Die Lagerleiter sind 30 Freiwillige, die sich aus Asylbewerbern und ehrenamtlichen Helfern vom Service Civil International zusammensetzen.

Doch was tun kleine Ritter und Prinzessinnen im Jahr 2014? Sie basteln Furcht einflössende Masken, zeigen ihre sportlichen Qualitäten in einer Olympiade, legen heldenhaften Mut beim Ponyreiten zutage, beweisen guten Spür- sinn auf der Schnitzeljagd und Unerschrockenheit in der Luftseilbahn. Das Ritterleben hat viele Schokoladenseiten, so werden die Furchtlosen vom Küchenteam verwöhnt, was ihre Augen zum Strah- len bringt.

Im Lager waren Kinder aus Kriegsgebieten mit haarsträubenden Vorgeschichten, die zum Teil erst vor wenigen Wochen in der Schweiz angekommen sind. Sie haben Verlust und Schmerz täglich erleben mussten. Hier leben sie friedlich in einer Burg, teils mit ihren ärgsten Feinden. Das Lager zeigt, dass Kinder keinen Rassismus, keinen Fremdenhass und schon gar keine Intoleranz kennen. Sätze wie «Meine Freundin hat den Koran mitgenommen und ihn mir gezeigt, das ist ein schönes Buch» oder «Madame, das Essen ist so fein heute» fallen. Die Kinder strahlen einander an, spielen und werden Freunde, überwinden Sprachbarrieren, sind höflich, hilfsbereit und enorm herzig. Für eine Woche vergessen sie ihre Sorgen und lassen alles Leid zu Hause.

Tränen fliessen, als die Kleinen am Samstag nach Hause müssen. Zwei Tage lang hat das Leiterteam Ferien, bevor am nächsten Montag die Älteren, die Zehn- bis Dreizehnjährigen eintrudeln. Probleme häufen sich, Strafen werden verteilt, und einige Male muss bei einer Schlacht zwischen den starken Rittern eingegriffen werden. Wie durch einen Zaubertrank verwandeln sich am Ende der zweiten Woche auch diese Kinder in Engel, keine bösen Wörter fallen mehr. Jeder hat die Botschaft verstanden, die die Leiter ihnen zu vermitteln versuchen: Das Zusammenleben funktioniert problemlos, wenn alle einige schweizerische Grundregeln beachten.

Viele der Kinder werden nächstes Jahr in Zinal, beim 22. Sommerlager, nicht mehr dabei sein, weil ihre Fami- lien weggeschickt werden. Die Schweiz kann nicht alle Asylsuchenden behalten. Sie kann aber versuchen, ihnen den Aufenthalt in diesem Land so schön wie möglich zu gestalten und ihnen die Werte zu vermitteln, die ihnen ihre Zukunft erleichtern könnten.

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