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Mit Lesestrategien Texte besser verstehen

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Wer Texte mit Lesestrategien liest, versteht diese besser. Lesekompetenz ist für das Berufsleben von grösster Bedeutung, weshalb diese Kompetenzen auch in der Schule angeeignet werden müssen. In ihrer Masterarbeit an der Philosophischen Fakultät der Universität Freiburg hat Laura Zurkinden den Nutzen von Lesestrategien analysiert und ist der Frage nachgegangen, wie diese den Schülerinnen und Schülern erfolgreich vermittelt werden können. Die FN haben sich mit ihr über ihre Arbeit unterhalten.

 

 Weshalb haben Sie dieses Thema gewählt?

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Schülerinnen und Schüler vielfach Mühe haben, einen Text richtig zu verstehen. Ein Grund dafür ist meist die mangelhafte Anwendung von Lesestrategien. Bereits der Einsatz eines Leuchtstiftes bereitet vielen Schwierigkeiten.

 

 Welches Ziel haben Sie mit Ihrer Masterarbeit verfolgt?

Ziel meiner Masterarbeit war es, den Schülerinnen und Schülern verschiedene Lesestrategien beizubringen, welche sie anschliessend anwenden können, um Texte besser zu verstehen. Ich habe mich deshalb nicht nur mit den verschiedenen theoretischen Ansätzen und Methoden auseinandergesetzt, die man in der Fachliteratur vorfindet. Es war mir auch ein Anliegen, mit den Schülerinnen und Schülern an der OS Düdingen praktische Übungen durchzuführen. Sie sollten nach fünf Wochen fähig sein, die erlernten Lesestrategien korrekt anzuwenden. Lesestrategien dienen als Unterstützung und werden benutzt, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Diese Leseziele können sehr verschieden sein: sich über das aktuelle Tagesgeschehen informieren, Antworten auf spezifische Fragen erhalten oder für einen anschliessenden Vortrag die wichtigsten Informationen herausschreiben.

 

 Wie sind Sie dabei vorgegangen?

Nachdem ich mich mit dem theoretischen Hintergrund auseinandergesetzt hatte, ging es zuerst darum, passende Unterrichtstexte für meine Schülerinnen und Schüler auszuwählen. Für die Erarbeitung der Lesestrategien habe ich mich für Jugendzeitschriften entschieden. Diese Textsorte wird im Unterricht selten behandelt. Vielmehr werden den Schülern andere Sach- oder Literaturtexte nähergebracht, die oft schwer verständlich sind. Zudem sind die vielseitigen und schülernahen Texte wie zum Beispiel aus «Geolino», «National Geographic Kids» oder «Dein Spiegel» ideal geeignet, um ein breites Interessenspektrum abzudecken. Anschliessend habe ich in Anlehnung an Andrea Bertschi-Kaufmann, die bekannte Professorin für Leseforschung, verschiedene Lesestrategien ausgewählt: Überfliegen eines Textes, Vorwissen aktivieren, unklare Stellen markieren, Kernaussagen formulieren, eine Zusammenfassung schreiben, Mindmap aufstellen usw. Ausgewertet wurden die Resultate mit einem Fragebogen und einem Lesetagebuch, welches die Schülerinnen und Schüler jeweils nach dem Lesen der Texte erarbeitet haben.

 

 Welche Erfahrungen haben Sie dabei mit den Schülerinnen und Schülern gemacht?

Je grösser die Motivation ist, einen Text zu lesen, desto schneller lernt man auch, die verschiedenen Lesestrategien anzuwenden. Die Textsorte und das Interesse spielen dabei eine grosse Rolle. Einer Mehrzahl der Schüler hat der Einsatz von Lesestrategien beim Verstehen der Texte sicher geholfen, wie ich in meiner Untersuchung feststellen konnte. Als nützlichste Strategien wurden das Markieren von wichtigen Wörtern mit einem Leuchtstift sowie das Mindmap empfunden.

 

 Was hat Sie überrascht, negativ und positiv?

Positiv überrascht hat mich das grosse Interesse der Schüler an den Jugendzeitschriften. Die Klasse hatte die Aufgabe, zwei Texte auszuwählen, welche sie dann bearbeiten musste. Viele wollten jedoch mehr als nur zwei Texte lesen und nahmen diese meist mit nach Hause. Negativ überrascht hat mich, dass viele Schüler am Schluss nach wie vor Schwierigkeiten hatten, eine korrekte Zusammenfassung zu schreiben.

 

 Welche Ratschläge können Sie den Schülerinnen und Schülern erteilen?

Lesestrategien richtig anzuwenden lernt man nicht von heute auf morgen – das braucht Zeit. Geduld und Ausdauer sind gefragt. Routiniert mit dem Umgang mit Strategien wird man erst, wenn diese durch wiederholtes Üben und Anwenden stetig verbessert werden. Und: Je mehr man liest, desto kompetenter wird man. Ob nun Comic-Hefte, Krimis oder Zeitschriften – Hauptsache Lesen! Kompetente Leserinnen und Leser sind später beruflich erfolgreicher und haben weniger Mühe, an der heutigen Gesellschaft teilzunehmen.

 

 Wird sich Ihre Masterarbeit auf Ihren Unterricht auswirken?

 Auf jeden Fall. Wichtig ist, dass Sprach- und Leseförderung in fast allen Fächern sowie in allen Primar- und OS-Stufen zum Thema gemacht wird.

Wie meine Untersuchung gezeigt hat, kann man zwar Lesestrategien in fünf Wochen vermitteln. Richtig gelernt und automatisiert werden diese allerdings erst nach einer längerfristigen Auseinandersetzung. Sie sollten daher nicht als abschliessendes Programm, sondern als ständiger Begleiter in den unterschiedlichsten Fächern angewendet werden, was ich auch tun werde.

 

 Was raten Sie den Eltern?

In der Tat haben heute viele Schülerinnen und Schüler selbst in der Sekundarschule grosse Mühe, Texte, die sie lesen, zu verstehen. Ein Grund dafür ist sicher auch der Computer respektive die Social Media wie Facebook, Twitter usw. Bücher und Zeitschriften sind immer weniger zu Hause anzutreffen. Lesen Eltern viel und sind Bücher und gute Zeitschriften vorhanden, überträgt sich dies auch auf die Kinder positiv. Sehr ratsam ist deshalb der Gang zur Bibliothek. Viele Kinder wissen gar nicht, was es dort alles gibt. Auch die Lektüre guter Comics trägt zur Lesekompetenz bei. Wer viel liest, wendet auch unbewusst gute Lesestrategien an. Dies gilt natürlich auch für erwachsene Personen.

«Lesestrategien dienen als Unterstützung und werden benutzt, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen.»

«Wichtig ist, dass Sprach- und Leseförderung in fast allen Fächern zum Thema gemacht werden.»

 

Lesestrategien: Es beginnt bereits vor dem Lesen eines Textes

W er Texte mit Strategie lesen will, muss sich schon vor dem Lesen einige Gedanken machen, wie Laura Zurkinden erklärt. «Vorwissen aktivieren», heisst dies in der Fachsprache. «Man sollte sich Gedanken machen zum Thema, das man angeht: Was weiss ich schon zu diesem Thema? Mit welcher Erwartung gehe ich an den Text?» Während des Lesens ist das Markieren wichtiger Informationen mit einem Leuchtstift bekannt. «Es können auch wichtige Informationen herausgeschrieben werden.» Beliebt seien auch die sogenannten Mindmaps, also eine Art Grafik, auf welcher die wichtigsten Informationen mit Stichwörtern festgehalten werden, so dass ein Blick auf diese Zeichnung genügt, um den gelesenen Text wieder präsent zu haben. Sehr hilfreich sei nach dem Lesen aber auch, eine kurze Zusammenfassung zu machen oder ein Lesetagebuch zu erstellen. «In einem Lesetagebuch gilt es, sein Lesen selber zu analysieren und festzuhalten: Was hat mir Probleme bereitet? Was habe ich gelernt?» Hat eine Lehrperson die Möglichkeit, über eine längere Zeit mit einer Klasse zu arbeiten, so rät Zurkinden, dass Lesestrategien wie metakognitive Strategien oder Stützstrategien gelehrt werden. «Mit metakognitiven Strategien können Leseprozesse selbstständig und individuell gesteuert werden. So können die Schüler besser über ihr eigenes Lernen nachdenken», ergänzt Laura Zurkinden, welche in diesen Tagen als Sekundarlehrerin an der OS Düdingen ins Berufsleben steigt. az

Leseförderung: Projekt für Drittklässler

M it ihrem Lesestrategie-Training über fünf Wochen hat Laura Zurkinden in einer ersten Sekundarschulklasse ausgewählte Lesestrategien anhand verschiedener Jugendzeitschriften eingeführt und geübt. Obwohl die Resultate positiv waren, wurde sie sich bewusst, dass fünf Wochen allein nicht genügen, um die Lesekompetenz aller Schülerinnen und Schüler markant zu verbessern. Deshalb ruft sie ihre Berufskolleginnen und -kollegen aller Stufen dazu auf, in praktisch allen Fächern Lesestrategien zu trainieren.

Die Lesekompetenz verbessern will auch ein Projekt, das die Pädagogische Hochschule Freiburg im kommenden November mit rund 120 Deutschfreiburger Drittklässlern lanciert. «LiT – Lesen im Tandem» – (FN vom 21. März 2014) – richtet sich an Kinder, denen noch etwas Übung im Lesen fehlt. Das Tandem besteht aus einem Lesecoach und einem Schüler. «Beide lesen gemeinsam laut aus einem Buch vor. Stückweise kann das Kind auch alleine vorlesen», erklärte Projektmitarbeiterin Silke Hauri das Projekt gegenüber den FN. «LiT» soll unter anderem zeigen, ob die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler am Ende der halbjährigen Projektphase die gelesenen Texte besser verstehen. az

www.phfr.ch oder 026/305 72 57

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