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«Naturgärten sind immer lebendig»

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

«Heute ist es hier nicht so lebhaft wie sonst», sagt Astrid Fasel, als sie das Tor zu ihrem Naturgarten öffnet. Wenn die Sonne scheine, schwirre die Luft in dem weitläufigen Grünbereich rund um ihr renoviertes Bauernhaus in Lugnorre vor Insekten. An diesem Tag ist der Himmel jedoch verhangen, ab und zu fallen einige Tropfen und das Gras ist feucht–kein Schmetterlingswetter. Nichtsdestotrotz ist augenscheinlich, dass sich in diesem Garten alle Arten von Insekten und Kleintieren wohlfühlen müssen.

Pro-Natura-Auszeichnung

Die Naturschutzorganisation Pro Natura hat den Garten vor ein paar Jahren als «besonders natur- und schmetterlingsfreundlich» ausgezeichnet. Verschiedenste einheimische Pflanzen wachsen in dem Garten, Biodiversität wird hier grossgeschrieben: Langstielige Nachtkerzen, deren gelbe Blüten sich nur für eine Nacht öffnen, Margeriten und Klee, Pfirsichbäume und Traubenreben. Sogar Rosenstöcke recken ihre Blütenköpfe gen Himmel, Überreste vom ursprünglichen Garten des Bauernhauses. Alles sieht ursprünglich aus, wild, aber nicht ungepflegt. «Ein Naturgarten macht mindestens so viel Arbeit wie ein konventioneller», erklärt Fasel, und ihr Mann Mario Romer nickt zustimmend. Unerwünschte Pflanzen jäten und die Wiesen mähen müsse man auch in diesem Garten: «Wir entfernen die Pflanzen, die andere verdrängen. Das Gras müssen wir ab und zu schneiden, aber nie alles auf einmal», sagt die Gärtnerin und ergänzt schmunzelnd: «Einen englischen Rasen werden wir nie haben.»

Keine Katalog-Gärten

Ein schöner Naturgarten sei kein kontrolliertes, sondern ein möglichst lebendiges und freies Stück Natur. «Das ist nicht für alle Gartenbesitzer etwas. Heute wollen viele immerzu alles kontrollieren, und ein Naturgarten ist nicht kontrollierbar», sagt Fasel. Solche Gärten seien nicht «wie aus dem Katalog»: Sie sähen jedes Jahr anders aus, denn man lasse wachsen und pflanze nicht absichtlich in Beete. «Der Garten verändert sich schon im Laufe des Jahres ständig. Irgendetwas wächst und blüht immer», sagt Fasel. «Dafür ist er sogar im Winter schön, wenn auch nicht so grün.»

 In diesem Naturgarten dürfen Besucher frei umherlaufen, es sich auf den vielen romantischen Sitzplätzen gemütlich machen und am kleinen Weiher entlangflanieren, um den Duft von wildem Thymian zu geniessen. «Der Garten ist kein Naturschutzgebiet, sondern soll auch ein Spielplatz für unsere beiden Kinder sein», meint Fasel. Sie selbst sei sehr naturverbunden aufgewachsen, denn ihre Eltern hätten sie schon früh für ihre Umgebung sensibilisiert. Astrid Fasel hat schon immer gewusst, dass sie später mit Pflanzen arbeiten will–nicht mit irgendwelchen, sondern mit einheimischen. Mario Romer und Astrid Fasel haben nun seit mehr als zehn Jahren einen gemeinsamen Betrieb, Naturgärten Fasel und Romer. Die Pflanzenbegeisterten haben damit den für sie perfekten Beruf ergriffen: Einheimische Pflanzen und regionale Rohstoffe zu verwenden, gehört zu den grundlegenden Vorschriften für Naturgärten, an denen Fasel und Romer sich orientieren. «Es macht in vielerlei Hinsicht Sinn, mit einheimischen Pflanzen zu arbeiten», weiss Fasel. Die hiesigen Pflanzen würden von den Tieren nicht nur als Futterpflanzen bevorzugt, sondern würden den Vögeln auch als besonders gute Nistplätze dienen. «Auch seltene Tiere fühlen sich hier sehr wohl», sagt Fasel und zeigt zum Beweis auf eine gelbschwarze Tigerspinne, die sich im hohen Gras ein Nest gewoben hat.

Dieser Artikel schliesst die Sommerserie «Zeig mir deinen Garten» ab.

Auch den Weiher legten die beiden selbst an. 

Naturgärten: Ein Beitrag zum Naturschutz

D ass Naturgärten wirklich einen beträchtlichen Teil zum Naturschutz beitragen können, bestätigt Chantal Derungs vom Papiliorama. Die Biologin ist selbst Besitzerin eines Naturgartens und weiss: Die Fläche aller Gärten der Schweiz ist weitaus grösser als die Fläche der Schweizer Naturschutzgebiete. Sind mehr Gärten naturfreundlich gestaltet, haben einheimische Tiere und Pflanzen mehr Lebensraum, um sich fortpflanzen zu können. Besonders wenn sich, wie das beim Garten von Fasel und Romer der Fall ist, eine grosse Magerwiese neben dem eigenen Garten befindet, könnten sogar seltene Tiere dort ein Zuhause finden. Im eigenen Grünbereich einen Naturgarten «anzupflanzen», kann zwar teuer werden, muss aber nicht: «Aus einer normalen Rasenfläche einen Naturrasen zu machen, kostet beinahe nichts und ist nicht aufwendig», sagt Gärtnerin Astrid Fasel. tap

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