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Rektorin stört sich an anonymer Kritik

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Im Sommer 2012 wurden die atmosphärischen Probleme in der Pädagogischen Hochschule (PH) Freiburg publik. Sie versprachen damals Massnahmen. Trotzdem herrscht immer noch Unruhe. Wieso?

Pascale Marro:Das müssen Sie die Leute fragen, die unzufrieden sind. Wir haben viele Massnahmen umgesetzt. Wer nicht zufrieden ist, hat die Möglichkeit, sich zu äussern. Einige Leute tun das aber nicht, sondern wenden sich anonym an die Presse.

 

 Wie können sich die Angestellten denn über ihre Unzufriedenheit äussern?

Wir haben viele Strukturen, die dies ermöglichen: Wir haben die PH-Kommission, die Versammlung der Ausbildner, die Versammlung der Mitarbeitenden, wir haben den institutionellen Ausbildnerrat und den institutionellen Forschungsrat. Das gehört zu den Massnahmen, die wir ergriffen haben: Das Personal soll sich äussern können. Wir haben aber auch externe Experten beauftragt, zu untersuchen, wie das Arbeitsklima und die Zusammenarbeit innerhalb der PH Freiburg verbessert werden könnten. Das hat aber nicht viel gebracht.

 

 Wieso nicht?

Die beiden Experten haben in einem Zwischenbericht jene Probleme dargestellt, die wir schon kannten. Sie sind also in ihrem Mandat–sie sollten Lösungen vorschlagen–nicht wie erhofft vorangekommen. Und sie haben Mitarbeitende abgezogen und für ihre Arbeit eingespannt–doch wir können nicht einfach so Leute freistellen.

 

 Dieses Projekt wurde abgebrochen (siehe auch Kasten). Wie sieht das Mandat für das neue Projekt aus?

Wir sind daran, das Projekt mit den neuen Mandatsträgern zu erarbeiten.

 

 Wer erhält das Mandat?

Das kann ich nicht sagen, da das Mandat noch nicht offiziell vergeben ist.

 

 Hat es Deutschsprachige darunter?

Nein, im Moment nicht. Aber sobald ein Mandat gesprochen wird, wird auch eine deutschsprachige Ansprechperson einbezogen, damit sich alle in ihrer Muttersprache ausdrücken können.

 

 Die Frage nach der Sprache stellt sich, weil der Konflikt innerhalb der PH immer wieder als ein Konflikt zwischen den französischsprachigen und den deutschsprachigen Mitarbeitern geschildert wird.

Nein–das ist ein Konflikt zwischen bestimmten Leuten und der Direktion. Unter diesen Unzufriedenen hat es Romands und Deutschschweizer, auch wenn es vielleicht etwas mehr Deutschschweizer sind.

 

 Um was geht es denn, wenn es kein Konflikt zwischen den Sprachgruppen ist?

Das ist schwierig zu sagen, da die Leute ja nicht mit uns diskutieren. Es heisst, sie hätten Angst vor Sanktionen, was ich nicht verstehe. Wir kennen ihre Argumente nicht–wir hören immer nur sehr vage Vorwürfe. So soll es ein Kommunikationsproblem geben, dabei sind wir sehr transparent. Ich weiss nicht, was wir noch mehr machen könnten. Ich verhehle nicht, dass wir Probleme haben; aber ich möchte darüber diskutieren können.

 

 Was sind die Probleme der PH aus Ihrer Sicht?

Wir hatten in unserem Institut einen radikalen Wandel. Die vorherige Direktion hat schon viele Wechsel eingeleitet, jetzt geht diese Entwicklung weiter, auch mit dem neuen Gesetz zu den Fachhochschulen. Wir sind kantonalen, nationalen und sogar internationalen Entwicklungen ausgesetzt, wie beispielsweise der Bologna-Reform. Dadurch haben wir heute auch andere Ansprüche an unsere Ausbildner. Das kann Ängste und Widerstand auslösen, und das verstehe ich. Ich erkenne innerhalb der PH eher personelle Konflikte denn institutionelle.

 

 Sie haben aber zuvor institutionelle Konflikte beschrieben.

Angst und Widerstand gibt es, das stimmt–aber das kann konstruktiv angegangen werden. Personelle Konflikte sehe ich dort, wo die unzufriedenen Leute sich nicht äussern. Dieses Vorgehen passt mir nicht.

 

 Kennen Sie die Unzufriedenen?

Nein. Ich weiss einfach, dass es eine solche Gruppe gibt. Das ist wie eine graue Wolke.

Pascale Marro. Bild zvg

Antwort: Staatsrat räumt diverse Mängel ein

A n der Pädagogischen Hochschule Freiburg gibt es seit längerer Zeit Probleme bezüglich des Klimas und der Zusammenarbeit. Diese Feststellung hatte die Grossräte Hugo Raemy (SP, Murten) und Andrea Burgener Woeffray (SP, Freiburg) dazu veranlasst, die Gründe dazu zu erfragen. In seiner Antwort führt der Staatsrat die Probleme vorerst darauf zurück, dass vor 15 Jahren die PH als gänzlich neue Institution geschaffen wurde. Wenn eine Zufriedenheitsbefragung 2012 Schwierigkeiten aufgezeigt habe, so würden diese «einige besondere Aspekte» betreffen. Zudem weise eine Minderheit des Personals «eine sehr viel negativere Sichtweise» auf als der Durchschnitt. Dennoch beauftragte der Staatsrat zwei externe Experten mit der Analyse der Missstände. Dabei sei einiges nicht zufriedenstellend verlaufen, räumt der Staatsrat nun ein. So habe sich gezeigt, dass nach fünf Monaten die Arbeit nicht so weit vorangeschritten gewesen sei, wie es sich die damalige Erziehungsdirektorin Isabelle Chassot erhofft habe. Der partizipative Ansatz der Experten mit Arbeitsgruppen führte in den Augen Chassots dazu, dass die Fragen diffuser wurden und noch mehr Fragen aufwarfen. Das Projekt wurde «von den Ereignissen in seinem Umfeld überholt», hält der Staatsrat dazu heute fest. So wurde beschlossen, das Mandat abzubrechen. Die Kommunikation dieses Entscheides sei «nicht optimal» verlaufen, schreibt der Staatsrat. Dies sei auch auf den Wechsel an der Spitze der Erziehungsdirektion zurückzuführen. Kostenseitig habe das abgebrochene Mandat mit 61 000 Franken zu Buche geschlagen, hält der Staatsrat weiter fest.

In einer ersten Einschätzung sagt Grossrätin Andrea Burgener den FN, dass die Antwort nicht alles erhelle. «Eine Fortsetzung des Mandats wäre wichtig gewesen», sagt Burgener. Es gebe Unterschiede in der Evaluation zwischen den Deutsch- und den Französischsprachigen. So seien die Deutschsprachigen wohl Opfer des autoritären Vorgehens. «Es gibt einen Hof um die Rektorin, deshalb musste das Projekt partizipativ angegangen werden.» Hugo Raemy möchte nun das Gespräch mit dem neuen Erziehungsdirektor suchen und sich in der Debatte zum neuen PH-Gesetz en gagiert einbringen. uh

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