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Sandro Brüggers märchenhafte Geschichte

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13 Monate ist es her, da spielte Sandro Brügger im Trikot des EHC Basel vor 147 Zuschauern in der Düdinger Eishalle gegen die Bulls. Es war das letzte Spiel der Relegationsrunde der Swiss Regio League, der dritthöchsten Stufe im Schweizer Eishockey. Vor zwei Tagen nun war Brüggers Bühne eine ganz andere, die Postfinance-Arena, wo er mit dem SC Bern in den Playoff-Viertelfinals der National League vor 16 034 Zuschauern Spiel fünf gegen Genf-Servette gewann und in der Serie 3:2 in Führung ging. «Ich bin selber immer noch sprachlos», sagt der Sensler zu dieser Entwicklung. «Vor einem Jahr hätte ich natürlich nicht im Traum an ein solches Szenario geglaubt. Unglaublich, wie schnell es manchmal gehen kann.»

Die Hilfe in der Olympia-Pause

Der Ursprung des Engagements liegt allerdings bereits ein Jahr zurück. Im Februar 2018 hatte der SC Bern grösste Mühe, in der Nationalmannschaftspause ein paar Testspiele zu absolvieren. Der Grund: Gleich 13 seiner Spieler standen bei den Olympischen Spielen in Pyeongchang im Einsatz. Wie auch einige Spieler der Düdingen Bulls half der damalige Basel-Stürmer Brügger aus – und war damit schon einmal auf dem Zettel von Trainer Kari Jalonen und Sportchef Alex Chatelain. Da blieb er, erst recht, weil er auf dieser Saison in die Swiss League, der früheren NLB, zu Berns Partnerteam Visp wechselte. Im Januar schliesslich wurde Brügger von Visps Sportchef angefragt, ob er Lust habe, mit einer B-Lizenz ausgestattet zu werden und damit im Fall der Fälle nach dem Saisonende des EHC Visp auch für den SCB einsatzfähig zu sein. «Ich habe natürlich sehr gerne zugesagt.»

B-Lizenzen lösen die Clubs der National League, um in den Playoffs auf möglichst viele Spieler zurückgreifen zu können und so Verletzungen und Sperren abzufedern. Weil Visp in den NLB-Playoffs gleich im Viertelfinal mit 0:4 an Olten scheiterte, stieg Brügger bereits vor zwei Wochen ins Training des SCB ein. Zusammen mit Torhüter Sascha Rochow und Stürmer Oliver Achermann, seinen Visper Teamkollegen, die ebenfalls mit einer B-Lizenz ausgestattet wurden. Ob das Trio auch wirklich je für die Berner zum Einsatz gelangen würde, war zu diesem Zeitpunkt mehr als ungewiss. «Natürlich hätte ich nicht gedacht, dass es so schnell geht», sagt Brügger.

Tolle Bilanz nach zwei Einsätzen

Doch während Rochow und Achermann noch auf ihr Debüt warten, wurde bei Brügger früh klar, dass er nah an der Stammformation ist. Im zweiten Playoff-Spiel der Berner war er als 13. Stürmer immerhin bereits auf dem Matchblatt. Als dann Alain Berger gesperrt wurde, stand der Sensler in Spiel vier am Samstag in Genf erstmals auf dem Eis. Fast zehn Minuten Einsatzzeit erhielt Brügger und brachte als Flügelstürmer seine Stärken in den vierten Block ein: Schnelligkeit, Energie und Spielintelligenz.

Dennoch blieb ihm im darauffolgenden Spiel am Dienstag zunächst wieder nur die Rolle als 13. Stürmer, weil Berger wieder ins Team zurückkehrte. Als Gaëtan Haas nach dem ersten Drittel verletzt ausschied, sprang der 27-Jährige aber sogleich wieder in die Bresche – diesmal als Center. Es ist auch seine Polyvalenz, die Brügger zu einem dankbaren Lückenfüller macht. Und weil er momentan eben einen Lauf hat, fiel zu Beginn des zweiten Drittels gleich das 1:0 für die Berner, als Brügger zum ersten Mal auf dem Eis stand.

Überhaupt lässt sich die Bilanz des Alterswilers sehen. Bern hat beide Partien mit ihm gewonnen. Sechs Tore hat der SCB dabei erzielt, bei drei davon stand Brügger auf dem Eis. Gegentor fiel mit ihm auf dem Feld noch keines. «Ich bin sehr zufrieden mit meinen Leistungen. Auch der Trainer hat mir gesagt, ich mache meine Sache gut und solle so weiterspielen.»

Schwierige Jahre hinter sich

So gut wie im Moment meinte es die Eishockey-Welt mit Sandro Brügger nicht immer. Zwar schaffte er 2011 bei Gottéron den Weg von den Junioren ins Fanionteam und eta­blierte sich als NLA-Spieler. Die beste Saison erlebte er zweifellos 2012/13, als er als 21-Jähriger zeitweise neben den Starspielern Christian Dubé und Simon Gamache auflaufen durfte, mit 6 Toren und 8  Assists seine produktivste Spielzeit auf höchster Stufe hatte und mit Freiburg bis in den Playoff-Final vorstiess.

Danach geriet die Karriere allerdings ins Stocken. Seine Rolle bei Gottéron wurde immer unwichtiger, die Punkte immer weniger. 2015 lieh Christian Dubé, nunmehr Freiburgs Sportchef, Brügger an Martigny in die Swiss League aus. Ein Jahr später folgte der fixe Wechsel, zwei Jahre später der Tiefpunkt. Als Martigny 2017 Konkurs ging, fand der Stürmer weder in der National League, noch in der Swiss League einen Club. «Da fiel ich schon ein wenig in ein Tief», sagt Brügger heute. Er wechselte zum EHC Basel, der bloss auf dritthöchster Stufe spielt, und arbeitete gleichzeitig 50 Prozent bei einer Immobilienfirma im Büro. «Ich hatte am Anfang Mühe mit der Umstellung. Es war ein anderer Rhythmus mit dem Training am Abend, und ich war plötzlich in der Rolle, dass ich den Karren ziehen sollte», blickt er zurück. «Als ich am Anfang auch noch fast keine Punkte machte, gab es einige Nächte, in denen ich schlecht geschlafen und mir viele Gedanken gemacht habe.» Ans Aufhören habe er jedoch nie ernsthaft gedacht, weil er daran geglaubt habe, den Weg zurück ins Profieis­hockey schaffen zu können.

Mit seinem Wechsel zu Visp ist ihm das auf diese Saison hin gelungen. «Es gefällt mir sehr gut. Ich erhalte viel Verantwortung und spiele auch im Powerplay und im Boxplay.» Im Dezember hat er seinen Vertrag mit den Wallisern, für die er in dieser Saison in 34 Spielen 11  Skorerpunkte erzielt hat, deshalb um zwei Jahre verlängert – und diesen Vertrag wird er auch erfüllen. Eine Ausstiegsklausel für die National League hat er nämlich nicht. «Und ich glaube zudem, dass die Swiss League durchaus die richtige Liga für mich ist.» Ganz abgeschlossen habe er mit der National League allerdings noch nicht. «Was die Zukunft bringt, weiss man nie.»

Zurück im Kinderzimmer

Das kann Sandro Brügger derzeit laut sagen. Heute kann er mit dem SCB in Genf den Halbfinal-Einzug perfekt machen. Ob er überhaupt zum Einsatz gelangen wird, hängt vom Verletzungsbulletin ab. «Ich nehme, was kommt und geniesse es ganz einfach, in meiner Karriere noch einmal eine solche super Erfahrung machen zu dürfen», so Brügger, der in diesen Tagen nicht in seiner Wohnung in Visp lebt, sondern bei seinen Eltern in Alterswil. «In meinem alten Kinderzimmer», wie er schmunzelnd anfügt. Seine Ziele mit dem SCB? «Möglichst bis Ende April dabei zu sein, um dann um den Titel mitzuspielen.» Den Schweizer Meistertitel. Brügger muss nach dieser Aussage ein wenig schmunzeln. «Das wäre unglaublich!» Eines ist klar: An den Schweizer Meistertitel hatte Brügger vor 13 Monaten in der Düdinger Eishalle sicher nicht gedacht …

«Ich bin selbst immer noch sprachlos. Vor einem Jahr hätte ich nicht im Traum an ein solches Szenario geglaubt.»

Sandro Brügger

Aushilfsstürmer beim SC Bern

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