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Schweiz holt historische Team-Medaille

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 Mit einem letztlich deutlichen Vorsprung von gut fünf Punkten auf die Ukraine verteidigten Pablo Brägger, Christian Baumann, Benjamin Gischard, Oliver Hegi und Eddy Yusof ihren 3. Platz aus der Qualifikation und gewannen am Samstag mit Bronze die erste Schweizer Team-Medaille an einer EM. Das Duell um Gold entschied Russland gegen Grossbritannien, das auf Max Whitlock verzichten musste, wie bereits vor zwei Jahren in Sofia klar für sich.

«Das letzte Mal hatte ich solche Gefühle 2013 in Moskau, als Lucas Fischer am Barren Silber geholt hatte», sagte Cheftrainer Bernhard Fluck. «Jetzt sind diese Emotionen aber noch etwas extremer, weil es die ganze Mannschaft ist. Und dies ausgerechnet an der Heim-EM, das ist unbeschreiblich.» Mehr als sechs Jahrzehnte ist es her, seit Schweizer Turner 1954 an den Weltmeisterschaften in Rom letztmals eine Team-Medaille für den STV geholt hatten, nun traten Brägger, Baumann und Co. in die Fussstapfen von Legenden wie Sepp Stalder oder Hans Eugster. «Wir schweben auf Wolke sieben», sagte Eddy Yusof stellvertretend für die Mannschaft. Der 21-jährige Zürcher zeigte ebenso wie Benjamin Gischard einen sehr starken Wettkampf und blieb trotz grosser Nervosität cool.

Vorentscheidung am Reck

Wie in der Qualifikation zeigte die STV-Riege auch im Final keinen perfekten Wettkampf, in der Hitze des Gefechts bewahrte sie aber vor den 3200 Zuschauern, die für eine sehr gute Stimmung sorgten, zu jeder Zeit kühlen Kopf und imponierte einmal mehr durch ihren Teamgeist. Gischard, der am Donnerstag noch gestürzt war, und Hegi eröffneten den Wettkampf der Schweizer am Pauschenpferd mit zwei starken Vorstellungen. Später vereinfachte Baumann aus taktischen Gründen sowohl am Barren als auch am Reck seine Übungen leicht. Der Entscheid, das Risiko zu minimieren, zahlte sich aus. Und Captain Pablo Brägger, mit 23 Jahren der Älteste der noch jungen STV-Equipe, liess sich durch seinen Sturz am Sprung nicht aus dem Konzept bringen und sammelte an Barren, Reck und Boden wichtige Punkte auf dem Weg zur Medaille. «Es sind extreme Wettkampftypen, die etwas erreichen wollen», beschrieb Fluck seine Schützlinge. «Sie kennen nichts und geben Vollgas.»

Die Vorentscheidung im Kampf um Bronze fiel am Reck, an dem die Schweizer rund 2,5 Punkte mehr als die Ukraine totalisierten. Hegi stürzte zwar wie in der Qualifikation, Brägger und Baumann kamen aber sicher durch ihr Programm und bauten damit den Vorsprung vor dem Abschluss am Boden auf drei Punkte aus. Auch das fünftklassierte Deutschland, das auf Fabian Hambüchen und Andreas Bretschneider verzichten musste, und Frankreich vergaben mit Stürzen am Reck eine bessere Klassierung. sda

 

Gerätefinals: Baumann überrascht mit Bronze am Pauschenpferd

E s war die Medaille, mit der die Verantwortlichen des Schweizerischen Turnverbandes am wenigsten gerechnet hatten. Als achter und letzter Teilnehmer war Christian Baumann am Sonntag in den Gerätefinals bereits überraschend in den Final am Pauschenpferd gerutscht. Da aber fünf der ersten sechs Finalisten einen Sturz zu verzeichnen hatten, stieg die Chance Baumanns auf einen Exploit von Minute zu Minute. «Ich wurde immer nervöser», gestand der 21-jährige Aargauer. «Ich wusste, wenn ich die Übung durchziehe, dann könnte es reichen.»

Baumann zog wie so oft in den vergangenen Tagen durch und bescherte dem STV die erste Pauschenpferd-Medaille seit 20 Jahren. 1996 hatte Donghua Li Olympia- und EM-Gold sowie WM-Silber am Pauschenpferd gewonnen. Am Ende musste sich Baumann nur von Harutjan Merdinjan aus Armenien und David Beljawski aus Russland geschlagen geben. Mit 14,900 Punkten kam er nahe an seine Wertung aus der Qualifikation heran. Nach Silber am Barren 2015 in Montpellier und der historischen Bronzemedaille mit dem Team am Samstag war es für Baumann bereits die dritte EM-Medaille seiner Karriere.

Brägger mit Pech

Die weiteren Schweizer Trümpfe stachen am Sonntag nicht. Vor allem Pablo Brägger, der sich wie Baumann für drei Finals qualifiziert hatte, bekundete Pech. Am Boden verpasste er trotz einer guten Vorstellung den Erfolg aus dem Vorjahr, als er in Montpellier Bronze geholt hatte, um zwei Zehntel und wurde Fünfter. Am Barren musste er nach gutem Beginn das Gerät verlassen, und zum Abschluss am Reck, an dem er als Mitfavorit auf den Titel angetreten war, unterlief ihm beim Durchschub mit einer halben Drehung derselbe Fehler wie in der Qualifikation.

Ebenfalls nicht nach Wunsch lief es an dieser Heim-EM Benjamin Gischard am Sprung. Der 20-Jährige aus Herzogenbuchsee riskierte aufgrund der starken Vorgabe der Konkurrenz alles und brachte beide Sprünge nicht in den Stand. Er beendete den Final auf dem achten und letzten Rang. sda

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