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Übernachten im Iglu oder das Lächeln von Veronica Ferres

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

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aben Sie schon mal in einem Iglu übernachtet? Nein? Ich schon. Aber bevor Sie jetzt (zu Recht) meine Zurechnungsfähigkeit infrage stellen, lesen Sie diese Geschichte. Erst aber noch eine Frage: «Haben Sie Kinder?» Und wenn ja, sind diese brav, wohl erzogen und ehren Vater und Mutter (4. Gebot Moses)? Bei meinen Kindern («die Besten aller …») hat die Erziehung kaum Spuren hinterlassen (was auch ein Vorteil sein kann), sie sind mässig domestiziert und stehen aufrecht im Leben, das sie lieben. Und da solche Kinder in der Regel auch sehr kreativ sind, kam es zu einem ganz besonderen Weihnachtsgeschenk: «Übernachten im Iglu für zwei Personen inkl. Fondue». Als Dankeschön für all das Hüten (sieben Enkelkinder) und spontane Einspringen (kann nicht in die Kita, weil «Schpitzi Blatere»), das vergangene Jahr hindurch. Ob das einzig auf Dankbarkeit beruhte oder ob man aufgrund der Unverzichtbarkeit der grosselterlichen Dienste dachte, man wolle versuchen, mittels Kühlung das Haltbarkeitsdatum (der Grosseltern) zusätzlich zu verlängern, sei vorerst dahingestellt.

Nachdem wir (Grandmaman und Grandpapa) kurz leer schluckten, lehnten wir nicht dankend ab, sondern nahmen, wider alle Bedenken bzw. wider alle Vernunft, dankend an.

Und so fanden wir uns unversehens oberhalb Gstaad, auf einem der tief verschneiten Hügel wieder, zusammen mit andern unverwüstlichen Pärchen, die allesamt aber deutlich jünger waren. Freundlicher Empfang im Bergrestaurant durch eine junge Frau, die uns kurz eine Einführung in «Überleben im Iglu» gab. Danach stapfte die ganze Gruppe durch Nebel, eisigen Wind und Schneesturm zu einem riesigen, ausgehöhlten Schneehaufen, dessen kleiner, höhlenartiger Eingang erst sichtbar wurde, als wir kurz davor standen: das Iglu!

Willkommensdrink in der Eisbar (Eiswein), mit Eistheke, Eistischen, Eishocker, die Wände kunstvoll verziert mit Reliefs in Form von Eisblumen, Eisbären und Eisvögeln. Nicht verwunderlich herrschte eine eher kühle, wenn nicht gar eisige Atmosphäre. Zimmerzuteilung: ein langer Eistunnel, rechts und links Zimmertüren, dahinter das Bett, ein grosser Eisblock, bedeckt mit Fellen und Schlafsack (bei minus 30 Grad getestet), an den Wänden wieder Reliefs. Ganz hinten, weit hinten, eine Art ToiToi, wen wundert’s, aus Eis. Ausserhalb des Iglus eine kleine Sauna und ein heisser, unter dem Schnee vergrabener Whirlpool.

Fondue-Essen: Wir sitzen auf einem Eisblock am Eistisch, freuen uns auf die warme Mahlzeit. Es schmeckte; das Problem war nur, dass man rasch essen musste, weil der Käse auf dem Weg vom Caquelon zum Mund zu gefrieren drohte. Kam dazu, dass bei längerem Sitzen, die Kälte unaufhaltsam, trotz viellagiger Thermowäsche, unter die Haut kroch. Unser Guide empfahl, vor dem Schlafen sich im Pool aufzuwärmen und in der Sauna zu trocknen, um mit warmem Körper in den Schlafsack zu kriechen. Tatsächlich, geschlafen haben wir, mit Wollmütze, Handschuhen, Socken, Thermowäsche ganz ordentlich. Über den nächtlichen Gang zur Eistoilette breite ich grosszügig den Mantel des Schweigens.

Am Morgen wurden wir mit einem warmen Tee geweckt, rasches Anziehen, hinauf zum Restaurant, an der Wärme ein richtig schönes Zmorge. Geschafft, und wir waren sogar ein bisschen stolz. Abschied und später noch ein Bummel durch Gstaad. Wir liessen es uns nicht nehmen, obwohl immer noch in nicht wirklich eleganter, dafür unübersehbar arktischer Kleidung, einem sehr, sehr berühmten Hotel einen Besuch abzustatten. Da sassen wir nun an einem Tischchen in der grossen, exquisiten Lounge und wurden von einem staunenden Kellner trotzdem freundlich bedient.

Plötzlich stupfte mich Grandmaman: Schatz, schau mal, aber guck ja nicht hin, dort, bei der Gesellschaft, steht Veronica Ferres. Wie bitte, DIE Ferres, die Filmschauspielerin? Genau die, aber bitte, ja nicht hinschauen. Ich war mächtig stolz auf Grandmaman, die aufgrund einschlägiger Literaturstudien einen unfehlbaren Blick für eben solche Berühmtheiten hatte.

Kurze Zeit später, die Gesellschaft dislozierte und defilierte an unserem Tisch vorbei. Da kam sie, die Ferres. Auf der Höhe unseres Tisches drehte sie den Kopf, verlangsamte ihr Schweben, schaute mir direkt ins Gesicht, ich erwiderte ihren Blick, sie nickte mir zu und schenkte mir ein Lächeln: Morgenrot, Abendrot und Sternenhimmel in einem. Irgendwann, auf der Rückfahrt, zwischen Jaun und Freiburg, löste ich mich langsam aus meiner Erstarrung. Der Lohn für die Nacht in Eis, der Stoff, aus dem die Träume sind.

Liebe FN-Redaktion, falls Veronica Ferres, bekannt als treue FN-Leserin, diese Kolumne liest und so begeistert davon ist, dass sie mit mir Kontakt aufnehmen möchte, ich autorisiere Dich, ihr sämtlichen Angaben inkl. Handynummer, Adresse, E-Mail, sowie Grösse und Gewicht umgehend zu übermitteln.

Nun aber zurück zur Kolumne und ihrer obligaten pädagogisch-moralischen Aussage :

1. Misstraue den Kindern, auch wenn sie Geschenke machen (Timeo Danaos et dona Ferrentes, pardon, ferentes: Vergil, 70–19 vor Christus).

2. Ein Lächeln kann Berge versetzen.

3. Falls jemand wissen möchte, wie sich die Eskimo fortpflanzen, ich weiss es auch nicht bzw. ich kann es mir, nach dieser Nacht im Iglu, schlicht und einfach nicht vorstellen …

Der Düdinger Franz Engel ist pensionierter Arzt und verbringt nun seine freie Zeit mit Fischen und dem Hüten der Enkelkinder. Als Gastkolumnist bearbeitet er im Auftrag der «Freiburger Nachrichten» in regelmässigem Rhythmus selbst gewählte Themen.

Gastkolumne

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