Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Wie ein Blockbuster im Kinosessel

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Es war ein Gefühl wie in einem riesigen 3-D-Kino, in welchem ein stundenlanger Dokumentarfilm über schweizerische Luftfahrtgeschichte gezeigt wird. Zwei Tage lang konnten sich die Besucher der Flugschau Air14 das Fluggerät der Luftwaffen der Schweiz und anderer Länder vom Ausbruch des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren bis heute am Himmel über Payerne anschauen. Sie sahen zum Beispiel, wie sich eine uralte, filigrane Blériot gegen den Gegenwind behaupten musste und wie sich moderne F/A-18 oder Mig 29 in die Wolken schraubten. Besonders stolz waren die Organisatoren auf Flugzeuge schweizerischer Produktion. Als besonderes Zückerchen bezeichneten sie eine C-3603 aus der Zeit kurz vor dem Zweiten Weltkrieg.

Ein Stück Geschichte

Die Maschinen der Reihe C-36 gehören zu den wenigen erfolgreichen Kampffliegern, die in der Schweiz geplant, entwickelt und gebaut wurden. Das einzige noch fliegende Exemplar haben zwei Offiziere der Schweizer Luftwaffe gerade diesen Frühling privat vor dem Verkauf in die USA gerettet. Das Flugzeug hatte an der Air14 am Samstagvormittag gewissermassen den ersten offiziellen Auftritt.

Pilot Lukas Meier, im Berufsleben Geschwaderkommandant für Superpuma-Helikopter, schwärmte von seinem neuen Gerät: «Es ist ein Traum eines jeden Piloten, ein Flugzeug aus dem Zweiten Weltkrieg zu fliegen.» Natürlich sei diese Gelegenheit selten. Der grosse Unterschied zu modernen Maschinen sei der Computer. «Das Flugzeug fliegt heute fast von alleine.» Doch einen Oldtimer zu fliegen, sei ein Handwerk und ein Nervenkitzel. «Moderne Flugzeuge funktionieren immer, da kann man sich darauf verlassen.» Bei alten Maschinen könne auch ein kleines Problem rasch zu einem grossen werden. «Wenn etwas nicht funktioniert, gibt es keine Checkliste. Dann ist der Pilot gefragt.» Meier fügte ironisch an, dass das Handbuch der C-36 ein kleinformatiges Heft sei, auf Schreibmaschine geschrieben und mehrfach kopiert. Allein für die PC7 gebe es aber vier Ordner als Handbuch. Meier musste sich erst einlesen und mit pensionierten Piloten reden, bis er abheben konnte. «Dann habe ich mich einfach reingesetzt, Vollgas gegeben und bin abgeflogen.»

Der Besitzer Josua Arn hatte eine Woche, sich zu entscheiden. Er suchte zwar ein Flugzeug, «aber ich hätte mir etwas Modernes gewünscht». Und dann stiessen sie in Deutschland auf die C-36. Für beide war klar: «Dieses Flugzeug musste in der Schweiz bleiben und an der Air14 fliegen», so Arn. Er will es nun als Passagierflugzeug einsetzen.

Flug auf hohem Niveau

Am Sonntag flogen die beiden Schweizer Kunstflugstaffeln Patrouille Suisse (PS) und PC7 ein gemeinsames Programm. Eine Herausforderung für die beiden Teams, denn die Jets sind den Propellerflugzeugen haushoch überlegen. Sie mussten sozusagen mit angezogener Handbremse fliegen, während die PC7-Piloten Vollgas geben mussten, so PS-Leader Simon Billeter.

Sein Gegenüber beim PC7-Team, Martin Vetter, erinnerte sich an die ersten Skizzen auf Papier, die er mit Billeter für das gemeinsame Programm ausgearbeitet hatte. «Dann gingen wir mit nur zwei Flugzeugen in die Luft und machten den ersten Test. Später studierten wir das Programm einen Tag lang alle gemeinsam ein – mit 15 Flugzeugen.» Für sein Team, das es seit 25 Jahren gibt, eine besondere Erfahrung.

«Wir wollten damit zeigen: Wir haben einen gemeinsamen Geist und sind eine Luftwaffe», begründete PS-Kommandant Daniel Hösli den Einsatz im Duett. Es brauche beide Teams für die Luftwaffe: Die PS sei dynamisch und kraftvoll, die PC7 sehe man besser, das Team sei näher beim Publikum. Nächstes Wochenende wird die Sequenz noch einmal gezeigt.

Ein weiterer Höhepunkt des Wochenendes war der Auftritt der Patrouille Suisse, die zusammen mit einem Airbus-Passagierflugzeug der Swiss einen Formationsflug machte, ebenfalls eine Delikatesse für Luftfahrtfans hatte Air14-Direktor Ian Logan im Vorfeld betont. Und für PS-Leader Billeter eine einzigartige Erfahrung: «Es ist eine wunderbare Gelegenheit, in der Heimat zu fliegen, wenn die Leute uns zuwinken, Freude haben und klatschen.» Dabei ist die Zukunft der PS im Unklaren. Laut Hösli braucht es wegen des nahenden Endes der Einsatzdauer der PS-Tiger-Jets eine neue Lösung (siehe Kasten).

Probleme mit dem Verkehr

Die Bilanz der ersten beiden Tage ist für Direktor Ian Logan positiv: «Die Fans sind begeistert, und es ist einzigartig.» Offiziell sprach Logan von 90 000 Besuchern am ersten Tag und mindestens 70 000 am zweiten. Zum Vergleich: An der Air04 waren laut Logan zeitweise fast doppelt so viele Personen auf dem Platz.

Die SBB sind mit dem Transport der Besucher zufrieden. Im Schnitt waren ihre Züge zu rund 60 Prozent ausgelastet. Während der Verkehr auf der Schiene einigermassen geklappt hat, verzeichnete die Polizei für die Strasse einige Probleme, gerade am Samstag. Zwar kamen nur rund 20 000 Autos auf das Gelände, die Organisatoren hatten zu Beginn der Woche mit doppelt so vielen Fahrzeugen gerechnet. Und die Parkplätze waren am Samstag zu rund 40 Prozent belegt.

Dennoch gab es auf einigen Strecken Wartezeiten von bis zu zwei Stunden. Der Freiburger Kantonspolizei-Sprecher Gallus Risse kündigte am Samstagabend leichte Verbesserungen beim Dispositiv an. Am Sonntag war der Verkehr etwas flüssiger.

Sicherheitstechnisch wurden keine wesentlichen Probleme verzeichnet. Am ersten Tag gab es sieben Hospitalisierungen von Gästen. Auch wurden insgesamt acht vermisste Kinder gefunden und innert kurzer Zeit ihren Eltern zurückgegeben. «Die Kinder genossen ihren Aufenthalt im Posten des Zivilschutzes, spielten mit den Zivilschützern, waren aber froh, als sie ihre Eltern wiedersahen», erläuterte Abteilungschef Simone Rossi gegenüber den FN.

Früh übt sich, wer ein Luftwaffenpilot werden will.Ein Kunststück der Patrouille Suisse. Schweizer Fallschirmaufklärer schwebten vom Himmel herab. 

Unklar : Zur Zukunft der Patrouille Suisse

P atrouille-Suisse-Kommandant Daniel Hösli sprach auf Anfrage von einer unsicheren Zukunft der PS nach der verlorenen Gripen-Abstimmung. Zwar sei wohl eine Mehrheit dafür, die legendäre und heuer 50 Jahre alt gewordene Schweizer Kunstflugstaffel beizubehalten. Und auch Bundesrat Ueli Maurer habe sich vor dem Parlament dafür ausgesprochen. Doch die F5-Tiger, das Standardflugzeug der PS seit fast 20 Jahren, werden irgendwann ausgemustert. Deshalb müsse man, so Hösli vor den Medien, entweder einige Tiger auch über die Einsatzdauer hinaus für solche und andere Unterstützungsaufgaben behalten – was er persönlich vorziehen würde – oder aber die F/A-18 für Kunstflugzwecke brauchen.

Doch diese Maschinen würden für den normalen Einsatz gebraucht, beispielsweise für den Dienst für die Luftpolizei. Ihre Zahl sei begrenzt, und dies würde die Verwendung für die PS massiv einschränken. Die Folgen wären weniger Einsätze mit weniger Fliegern. Er, so Hösli weiter, könne sich auch vorstellen, eine Anzahl Tiger an das Rüstungsunternehmen des Bundes Ruag zu verkaufen und dann für die PS entsprechend dem Bedarf zurückzuleasen. Für die zweite Variante mit den FA-18 spreche, dass dann die Piloten die PS-Einsätze als normales Training verbuchen könnten. Das sei günstiger, da die Flugzeuge und die Piloten ohnehin fliegen würden. Eines sei klar: Die Nachfrage nach den Einsätzen der Patrouille Suisse bleibe gross. fca

Mehr zum Thema