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«Es ist nicht mehr meine Welt» – Warum Roger Neuhaus nach 32 Jahren genug vom Wirten hat

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Nach 32 Jahren hat Roger Neuhaus genug. Der Wirt des Restaurants Maggenberg in Tafers gibt seinen geliebten Beruf auf. Die Corona-Pandemie hat das Fass zum Überlaufen gebracht. Wie es mit dem Maggenberg weitergeht, ist unklar.

«Es sind viele kleine Dinge, die zum Entscheid geführt haben», sagt Roger Neuhaus. Der Wirt sitzt an einem Tisch auf der Terrasse seines Gastronomiebetriebs und erzählt, warum das Maggenberg bald nicht mehr sein Maggenberg sein wird. Der Gedanke aufzuhören sei nicht von gestern auf heute gekommen. «Als es gegen 60 ging, habe ich angefangen, mich zu fragen, ob ich das mit 65 oder 70 noch machen will.» Die Antwort sei ihm leichtgefallen, gerade weil sich in seinem Beruf in den letzten Jahren und vor allem in den letzten Monaten so viel verändert habe. «Es ist nicht mehr meine Welt», hält er ganz klar fest.

«Beruf kaputt gemacht»

Da er keine Kinder oder Nichten und Neffen habe, die allenfalls übernehmen würden, hat er sich bereits vor drei Jahren nach einem Käufer für die Liegenschaft umgesehen, die seit 70 Jahren im Besitz seiner Familie war. Mit der neuen Besitzerin hat er vereinbart, dass er noch mindestens bis zum 60. Lebensjahr bleibt (siehe auch Kasten). Diese Frist läuft Ende Jahr ab. Theoretisch hätte er weitermachen können. Doch er sagt: 

Corona hat leider meinen wunderbaren Beruf kaputt gemacht. Er wurde diskriminiert und respektlos behandelt.

Er habe im Lauf seiner 32 Jahre als Wirt viele Hochs und Tiefs mitgemacht, doch die Zeit, als er durch das Schliessungsgebot der Behörden faktisch ein Berufsverbot bekommen habe, habe ihm den Rest gegeben. In der für Wirte wertvollen Wildzeit mussten die Betriebe schliessen, Weihnachtsessen und Firmenanlässe fielen weg.

70 Tage rund um die Uhr

Mit dem Take-away, das er von Anfang an angeboten habe, sei es gut gelaufen. «Ich hatte meine Stammkunden, die gekommen sind, sowie neue Kunden, die im Homeoffice waren und nicht kochen wollten.» Sie hätten den Service geschätzt. Seinem Personal hat er nicht gekündigt, doch angesichts der ungewissen Situation hat der Reihe nach jedes Teammitglied eine alternative Verdienstmöglichkeit gefunden.

So haben er und seine Partnerin Helena alle Arbeiten während 70 Tagen selber erledigt, bis sie den Service reduzieren mussten. Er liebe seinen Job eigentlich, sagt er. Aber auch er brauche ab und zu Pausen.

Und jetzt, wo ich wieder öffnen konnte, finde ich kaum Personal.

Kommt ein Junger nach?

Er sei verbraucht, habe seine Motivation verloren, sagt Roger Neuhaus. «Meine Zeit ist abgelaufen.» Vielleicht, so meint er, komme eine jüngere Person, die den nötigen Schub habe, neu anzufangen und etwas auszuprobieren. Findet sich kein neuer Pächter, kann es sein, dass die Besitzer die Liegenschaft umbauen und ein anderes Gewerbe ansiedeln (siehe Kasten).

Nicht ganz egal

So oder so verlässt Roger Neuhaus also das Haus, das 70 Jahre im Besitz seiner Familie war, in dem er 1961 zur Welt gekommen ist, die Gaststube, die sein Spielzimmer war, und setzt auch ein Ende bei den Beziehungen, die er im Lauf der Jahre zu seinen Kunden aufgebaut hat. «Es ist schon seltsam», sagt er.

Es sei ihm auch nicht ganz egal, was aus dem Haus werde, weil er mit viel Herzblut in diesem Gebäude gewirkt habe. «Aber voilà, c’est la vie. Im Herzen habe ich bereits abgeschlossen.» Er freue sich darauf, mehr Zeit für seine Hobbys und seinen behinderten Sohn zu haben.

Wie weiter

Besitzer des Maggenberg warten ab

Die Liegenschaft, in der sich das Maggenberg befindet, gehört der Rimobag AG mit Sitz in St. Antoni, Gemeinde Tafers. Roger Neuhaus ist vor rund drei Jahren auf Urs Rappo zugegangen und hat dessen Firma das Gebäude angeboten. Sie hat es gekauft und mit dem Wirt vereinbart, dass er mindestens drei Jahre bleibt und beide Partien dann schauen, wie es weitergeht. «Es ist eine ungewöhnliche Zeit», sagt Urs Rappo. Es sei schwierig einzuschätzen, was die Zukunft bringe und wie stark einige Gastbetriebe von den Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen seien. «Wir sind der Meinung, dass es deshalb wenig sinnvoll ist, zum jetzigen Zeitpunkt die Pacht auszuschreiben.» Vielleicht, so meint er, melde sich aber wider Erwarten jemand, der das Maggenberg weiterführen wolle. «Wir sind offen für alles und warten mal ab», sagt Urs Rappo.

Das Gebäude, in dem sich das Maggenberg befindet, gehört der Firma von Urs Rappo.
Aldo Ellena

Wieder ein Gewerbe

Wenn sich bis nach den Sommerferien niemand findet, wird sich die Firma überlegen, wie es weitergehen soll mit der Liegenschaft. Vielleicht komme eine andere Art von Gewerbe hinein – oder etwas ganz anderes. «Wichtig ist uns, dass es eine langfristige Lösung gibt, die ins Dorf passt.» im

Blick zurück

Das Maggenberg ist seit 70 Jahren im Besitz der Familie

Die Liegenschaft an der Schwarzseestrasse hat eine spannende Vergangenheit. Sie gehörte einem Grossonkel von Roger Neuhaus, der eigentlich Schuster war und dort einen Dorfladen eröffnete. Der Vater von Roger war damals Bäcker in Alterswil. Als er seinen Beruf wegen der Mehlkrankheit aufgeben musste, bot ihm sein Onkel 1959 an, im Gebäude ein Restaurant zu eröffnen. «Das war nicht so einfach damals», erzählt Roger Neuhaus. Es habe bereits die Taverna als Gemeindewirtschaft und das St. Martin als Pfarreiwirtschaft gegeben. «Konkurrenz wurde nicht gern gesehen.» So seien seinem Vater Stanislaus ein paar administrative Hürden in den Weg gelegt worden, bis er dann doch noch eröffnen konnte. Er musste das Geschäft als Hotel deklarieren, um ein Patent zu erhalten, und es brauchte die Unterstützung des damaligen Staatsrats Arnold Waeber. Am 21. Juni 1959 fand die Antrinketa statt.

Zur Eröffnung sang der Jodlerklub Maggenberg, der noch heute hier sein Stammlokal hat. Stanislaus Neuhaus baute eine Kegelbahn. Als er erkrankte, half die ältere Tochter aus. Anfang der 1980er-Jahre führte eine Zeitlang ein Pächter den Betrieb. Als Roger Neuhaus 26 Jahre alt war, übernahm er als gelernter Koch das Maggenberg.

Viel Zeit, sich einzugewöhnen, hatte er nicht. Das Lebensmittelgesetz war strenger geworden, und die Behörden drohten mit Schliessung, wenn er die Infrastruktur nicht à jour brachte. Er baute über der Kegelbahn einen Saal, vergrösserte und verlegte die Küche und baute über einem alten Öltank einen Anbau. Neun Monate und ein paar Umwege über einen Rekurs später, weil das Haus angeblich zu nahe an der Strasse stand, feierte er am 14. Juli 1989 Eröffnung. 2002 baute er die Kegelbahn zur Bar um. Roger Neuhaus hat sich ab 1994 auch während sechs Jahren als Präsident der Sensler Wirte engagiert. im

Kommentar (1)

  • 05.07.2021-Sapin Adolphe

    Mit einem grossen Schock mussten wir in den FN vom 05.07.2021 zur Kenntnis nehmen, dass Roger NEUHAUS, Geschäftsführer, sowie als Wirt und Koch des renomierten Restaurant Maggenberg, in Tafers, seit 32 Jahre bewirtschaftet und seit 70 Jahren im Besitz der Familie war, sich von einem der besten Restaurant des Sensebezirks, trennen will. Es ist sicher nicht einfach für Herrn NEUHAUS einen solchen Entscheid zu treffen. Die jetzige Situation , die Pandemie , besonders aber die Diskrimination und Respektlosigkeit, die er immer wieder zu spühren bekam. Als langjährige Kunden danken wir Roger NEUHAUS und seinem Team für die nimmermüde, herzliche Gastfreundschaft, und nicht zuletzt für die grossartige Küche . Ein grosses BRAVO. A. & A. Sapin

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