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Nach dem Hagelsturm: Diesen Herbst wirds weniger Gemüse aus dem Seeland geben

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Das Unwetter und der Hagel von Anfang Woche haben im Seeland etliche Gemüsekulturen total zerstört. Gemüsebauer Pascal Gutknecht erklärt, wie sich das für die Konsumenten auswirken wird und warum Nachpflanzungen momentan schwierig sind.

Im Seeland zeigt sich derzeit ein Bild der Verwüstung: Etliche Felder sehen aus wie abgemäht, die Pflanzen sind total zerstört. «Für den Laien ist auf gewissen Feldern nicht mehr erkennbar, was dort ursprünglich gewachsen ist», sagt Gemüsebauer Pascal Gutknecht aus Ried bei Kerzers. Auf rund 20 Prozent seiner Anbauflächen hat er einen Totalausfall zu beklagen. Andere Flächen sind davongekommen, weil sie nicht genau in der Hagelschneise des verheerenden Unwetters vom Montag lagen.

Betroffen sind sämtliche Freilandkulturen, und zwar sowohl widerstandsfähigere Pflanzen wie Mais als auch Salat oder Zwiebeln. Einzig Gemüse, das in Glashäusern oder Folientunnels angebaut wird, kam glimpflich davon, so etwa Tomaten, Gurken oder Auberginen.

Viele Gemüsebauern beklagen einen Totalausfall.
zvg

Nachpflanzen ist schwierig

So wie Pascal Gutknecht geht es derzeit vielen Gemüsebauern im Freiburger und Berner Seeland. «Die Ausfälle sind enorm», so Gutknecht. Was das heisst, werde sich wohl erst in den kommenden Monaten zeigen. Denn viele Kulturen sind betroffen, die Ende Sommer oder im Herbst geerntet werden, so etwa Kabis, Zwiebeln oder Lauch. Sie können nicht einfach nachgepflanzt werden. «Für Zwiebeln, die rund vier Monate zum Gedeihen brauchen, bringt es nichts, jetzt zu säen.» Die Tage werden bereits wieder kürzer, und die Zeit reicht nicht mehr, um die Zwiebeln wachsen zu lassen.

Bei Salat ginge das noch, und Gutknecht hat auch bereits Setzlinge. Doch momentan kann er diese gar nicht setzen. Denn neben dem Hagel hat es auch stark geregnet, und die Böden sind gesättigt; manche Felder stehen sogar komplett unter Wasser. «Wir kommen mit den Maschinen gar nicht in die Felder, weil es so nass ist.»

Manche Felder stehen unter Wasser.
zvg

Teureres Gemüse

Was also heisst das für die Konsumentinnen und Konsumenten? Pascal Gutknecht rechnet nicht damit, dass es zu einer Nahrungsmittelknappheit kommen wird. Aber es wird definitiv weniger Gemüse aus dem Seeland und der Schweiz allgemein geben. Die Schweiz werde mehr Gemüse importieren; viele Importanträge liefen schon. Und weil das Angebot so klein sei, sei es wahrscheinlich, dass das Gemüse teurer werde. Die Konsumentinnen und Konsumenten müssen also tiefer in die Tasche greifen.

Mit Hagel müsse man im Sommer zwar rechnen, sagt Pascal Gutknecht, der den Betrieb seit rund 20 Jahren führt. Aber:

Ein Unwetter mit Schäden in diesem Ausmass habe ich noch nie erlebt.

Vor einigen Jahrzehnten hätte ein solch extremes Ereignis das Potenzial gehabt, eine Hungersnot auszulösen, glaubt Gutknecht. Denn nicht nur Gemüse ging kaputt, sondern auch viele Futterpflanzen für Tiere. Heutzutage sei die Schweiz in der komfortablen Situation, Lebensmittel importieren zu können.

Häufiger extrem

Man sehe, wie fragil alles sei, wenn das Wetter einmal nur für zehn Minuten so extrem sei. Diese Fragilität sei in den vergangenen Jahrzehnten aus dem Bewusstsein der Menschen gewichen, «weil wir im totalen Überfluss leben». Das merke er auch an den Kundinnen und Kunden im Hofladen. «Die Leute sagen, na ja, das kann man ja wieder anpflanzen», so Gutknecht. «Aber so einfach ist es eben nicht.»

Ob Trockenheit, extreme Nässe oder Hagelstürme: «Die Intervalle zwischen extremen Wetterereignissen werden kürzer, das spüren wir.»

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